Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1933)
- Article
- Einwanderung bis Ende September [Nachricht]
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 442 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einwanderung bis Ende September. Nach den von uns mitgeteilten amtlichen Ziffern wanderten in dem Monaten J,uli bis September ein: 9382 Personen, darunter 9048 Juden, unter ihnen 1100 der Kapitalistenklasse. Nach den Mitteilungen der Jewish Agency (siehe Nr. 10/11, S. 386) sind im ersten Halbjahr 11.038 Juden eingewandert, davon 531 der Kapitalistenklasse» Rechnet man dazu die amtlichen Ziffern für das 3. Quartal, so sind in den ersten neun Monaten dieses Jahaies eingewandert: 20.420 Juden> von ihnen 1631 aus der Kapital besitzenden Klasse. Im ganzen Jahre 1932 sind nach amtlichen Angaben bloß 9533 eingewandert. Für 1933 sind die amtlichen Ziffern etwas niedrigerer als die der Jewish Agency (18.809 in neun Monaten, gegen* über 20.420). Einwanderungszeltlager in Tel-Aviv. An der Kreuzung der Achad Haara und der Nachmanistraße wurde ein Zeltlager für die zahlreich einströmenden Einwanderer errichtet. Einwanderungsheim. Die BB-Loge Jerusalem hat in dieser Stadt ein zweites Einwanderungsheim gegründet. Bloß 5500 Zertifikate bewilligt. Die Regierung hat nur einen Teil der von Jewish Agency auf Grund eines genauen Arbeitsstellennachweises geforderten Zertifikate für die Periode Oktober 1932 bis März 1934 bewilligt. Außer den schon vorbewilligt gewesenen 2000 wurden weitere 3500 gewährt, zusammen 5500, wovon 500 für nachträgliche Erlaubnis für Touristen zurückbehalten wurden. Hierüber herrscht in den Kreisen der Jewish Agency große Erregung. Es wurden sofort Vorstellungen erhoben, die aber bisher vergeblich waren. Bekanntlich herrscht in Palästina ein starker Mangel an Arbeitskräften. Ausweasungspraxis. Die Verwaltung hat augekündigt, schärfere Maßnahmen gegen illegale Eingewanderte ergreifen zu wollen. Tatsächlich werden fortwährend Ausweisungen vorgenommenp ebenso Razzien, Verhaftungen und Einkerkerungen von illegalen Einwanderern, bisher schon ca. 150 Personen« Besonders peinlich berührt die Tatsache,, daß au der Spitze der Polizeitruppe, die mit der Angelegenheit betraut ist, ein christlicher Araber steht. Die Regierung verlautbart, daß Touristen ihre Visumzeit nicht überschreiten und keiner Beschäftigung nachgehen dürfen. Wer diese Verordnung übertritt, wird mit bis sechs Monaten Gefängnis oder 100 Pfund Geldstrafe und Ausweisung auf eigene Kosten bestraft. Ohne vorherige Erlaubnis kann kein Tourist länger als drei Monate im Lande bleiben, unter keinen Umständen aber über 12 Monate. Inhaber von Transitvisa dürfen sich nicht länger als 60 Stunden im Lande aufhalten. In der am 9. November abgehaltenen Sitzung des Unterhauses kündigte der Minister für Kolonien folgende Maßnahmen gegen die illegale Einwanderung an: 1. Ein besonderer Beamtenstab wird mit der Durchführung genauer Erhebungen betreffend die Zahl der als Touristen ins Land kommenden und dort illegal verbleibenden Personen beauftragt. 2. Einem geschulten Beamten wird die Organisierung eines Ueberwachungsdienstes zur Kontrolle der Fremden, von denen angenommen werden kann, daß sie dauernd im Lande zu bleiben beabsichtigen, und zur Ausfindigmachung von Personen, die ohne Visum eingereist sind, übertragen. 3. Besondere Maßnahmen werden ergriffen werden, um Personen, die Touristen- oder Transitvisa erhalten, darauf aufmerksam zu machen, daß sie