Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1933)
- Article
- Leo Motzkin gstorben [Nachricht]
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 437 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Leo Motzkin gestorben. Der Vorsitzende des Zionistischen Aktionskomitees, Leo Motzkin, der auch stets Präsident der Zicuiistenkongresse war, ist am 7. November in Paris gestorben. Es wurde beschlossen, ednen zu errichtenden Stadtteil auf KKL-Boden in der Haifa-Bay „Schchunath Motzkin" zu nennen. Die Flüchtlingsfrage. Eine jüdische Welthilfskonferenz, welche Ende Oktober in London tagte, hat einen „Großen Rat für Hilfe und Aufbau" gebildet, deren Vollzugsausschuß im Einvernehmen mit der Jewish Agency gebildet werden soll. Die Konferenz beschloß, das Völkerbumdsekretariat zu ersuchen, in den Beirat des Emigrantenkommiasärs des Völkerbundes Prof. James Macdonald (Amerika) acht jüdische Delegierte aufzunehmen. In einer Resolution sprach sich die Konferenz dahin aus, daß Palästina unter den für Einwanderung in Betracht kommenden Ländern einen hervorragenden Platz einnehme. Wie Dr. Löwenstein in der Jüdischen Rundschau mitteilt, waren von dem bisherigen Londoner Komitee 50.000 Pfund für Palästina bewilligt, davon 30.000 für Bauten in den Kolonien und 20.000 für Hachscbarach- (Ausbildungs-*) zwecke. Nach Palästina sind bisher 4000 Pfund für die Siedlung in der Haifa- Bay (siehe unten) überwiesen worden. In Palästina sind bisher 12.000 Pfund gesammelt und für Hilfszwecke ausgegeben worden. Mifal Arlosoroff (Mifal-Werk). Der Zionistenkongreß beschloß, zum Andenken an den verblichenen Führer auf seinen Namen ein neues großes Siedlungswerk zu schaffen. Keren Hajessod und Keren Kajemetb haben gemeinsam, unter Rückstellung aller anderen Aktionen eine Campagne für dieses Werk eröffnet. Die Arbeiter Palästinas haben den Ertrag dreier Arbeitstage dafür bestimmt und bisher schon 13.000 Pfund beigesteuert. Ansiedlung deutscher Juden. Vorstadtsiedlung bei Haifa. Anläßlich einer Pressekonferenz am 11. November d. J. machte Dr. Ruppin folgende Mitteilungen über den Plan dieser Siedlung: Der KKL hat sich bereit erklärt, 1700 Dunam in der Haifa-Bay, 5 km von Haifa, an der Straße Haifa—Akko in der Nähe der Arbeiterkolonie zur Verfügung zu stellen. Es sollen 200 Familien angesiedelt werden. Jede Familie erhält £n Erbpacht ein Dunam zur Errttdhtung von Gebäuden, 25 Familien erhalten noch einen, 25 Familien noch je weitere 3 Dunam für landwirtschaftliche Nutzung, insbesondere für Gemüsebau und Geflügelzucht. Die 150 Familien ohne Landwärtschaftsgrund werden auf ihrem Dunam einen Gemüsegarten für Eigenbedarf anlegen können. Der für Landwirtschaft bestimmte Boden für die betreffenden 50 Familien wird diesen nur auf einige Jahre verpachtet, da durch Entwicklung der Stadt Haiifa dieses Terrain dann in die reine Woh!nzone wird einbezogen werden müssen. Es werden vier Typen von Häusern entworfen werden, zum Herstellungspreis von 160 bis 350 Pfund. Wenn der Siedler für Garten und Erschldeßungsausgaben noch 100 bis 150 Pfund braucht, so stellen sich die Gesamtkosten auf 300 bis 500 Pfund. Durch Befreiung von der Miete wird der Unterhalt viel weniger'kosten, als in der Stadt. Ruppin denkt daran, daß die Siedler, da sie anfange schwer eine Stellung werden finden können, Hausindustrie betreiben sollen.