Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1933)
- Article
- Die Unruhen : Untersuchungskommission [Nachricht]
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 433 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Untersuchungskommission. Eine Kommission zur Untersuchung der Ursachen der Unruhen wurde von der Regierung eingesetzt. Vorsitz: William Murison. Der Kommission gehört auch der Staatsanwalt Palästinas, Trusted, an. Unruhen in Tel-Avjv. Nach Schluß der Redaktion trifft die Nachricht ein, daß am 9. Dezember eine revisionistische Demonstration gegen die Ausweisungen stattfand, wobei mehrere Poljzeioffiziere, auch jüdische, schwer verletzt wurden. Ankündigung der Bildung eines gesetzgebenden Rates. Die arabische Presse behauptete, daß die Regierung einen Vorschlag für die Bildung eines gesetzgebenden Rates ausarbeite. Diesem soll ein Beschlußrecht in Budgetfragen ■zustehen. Als Leiter des Regierungsdepartments sollen Juden und Araber funktionieren, denen englische Berater (Adv^sier) zur Seite stehen sollen. Daraufhin fragte der Abgeordnete Wedgwood am 23. November im Unterhaus den Kolonienminister, ob die Nachricht wegen Einsetzung eines gesetzgebendea Rates wahr sei. Der Minister bejahte dies. Der Rat werde unmittelbar nach Inkraftsetzung des Municipalitätengesetzes eingesetzt werden. (In einer früheren Mitteilung hatte der Minister gesagt, daß erst die Wirkung des Gemeindegesetzes abgewartet werden solle, bevor der Rat eingesetzt werden würde. — Die Red.) Die Politik der englischen Regierung und die Befugnisse des Oberkommissärs werden trotzdem unverändert bleiben und die Regierungert ihren Mandatsverpflichtungen restlos nachkommen. Der Einfluß der jüdischen Kolonisation auf die arabische Wirtschaft. Uetber dieses schon oft behandelte Thema schrieb kürzlich unser Mitarbeiter H. Frumkin in „Palestine Post" u. a. folgende. Seit Mitte 1932 haben die Araber 15.000 Dunam Zitrus neu bepflanzt und weitere Flächen sind in Vorbereitung. Die Gärten befinden sich in der Umgebung von Kalkilya, Sarafend, Ramie, Kfar Anna, Tul Karm und im Süddistrikt. Teilweise stammen die Gelder für diese Anlagen aus dem Verkauf von überflüssigen Bodenflächen an die Juden, oder aus Entschädigungen von diesen, oder aus guten Verdiensten vom Verkauf von Produkten auf den jüdischen Märkten. Seit Anfang des Krieges bis Beginn 1932 haben die Araber 55.000 Dunam mit Zitrus bepflanzt. Die arabischen Pächter haben sich jetzt auch solchen Distrikten zugewendet, die bisher als unfruchtbar bezeichnet worden waren: 5000 Dunam Wein, Oliven und Frucjitbäume sind bei Jerusalem, Nablus und Nazareth: gepflanzt worden, deren Früchte hauptsächlich an Juden verkauft werden. In den arabischen Dörfern bei Tel-Aviv und in Scheich Munis, Safria, Lydda, Ramleh und Gaza hat der Gartenbau infolge des stark gestiegenen Bedarfes der Juden an deren Produkten ungemein zugenommen. Die Volkszählung vom November 1932 bezeugte, daß die arabische Bevölkerung nur dort stark zugenommen hat, wo die Juden sfedeln. Diese Tendenz hat auch seither vorgeherrscht. Die Hypothekendarlehen in Jaffa sind von 1931 auf 1932 fast um 50o/0 gestiegen. (101.500 gegen 76.150 Pfund.) Der Wert der Immobilien hat sich in den Gegenden, wo die Juden siedeln, vermehrt, in den anderen vermindert. Die Arbeitslosigkeit ist nicht genau zu erfassen und die Ziffern der Regierung sind ungenau, weil sie auch Leute umfaßt, die Gelegenheitsarbeiter sind und die einigen Besitz haben. Immerhin hat selbst nach den Ziffern der offi-