Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1933)
- Article
- Technikum [Nachricht]
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 407 (sequence 2)
- Language
- German
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Angliederung einer neuen Betriebstechnischen Abteilung, die Erweiterung der Handwerkerscihule durch' Eröffnung einer Tischlersektion (Räumlichkeiten sowie Ausrüstung sind vorhanden), einer elektrotechnischen Sektion, einer mittleren technischen Schule (in Gemeinschaft mit der Realschule) usw. Das Technion mit seinen Anstalten bietet den aus ihren Positionen geworfenen deutschen Juden noch andere Gelegenheiten zur Umschichtung. In Verbindung mit den bestehenden Abendkursen können einjährige Fachkurse zur Ausbildung von Bautischlern, Anstreichern, Schweißern, elektrischen und sanitären Installateuren, Feldmessergehilfen u. a. m. eingerichtet werden. Dahingehende Pläne wurden einer Reihe jüdischer Organisationen vorgelegt, und es ist zu hoffen, daß sich Wege und Mittel finden werden, um zugleich die Frage des Technion wie auch der jüdischen Jugend einer erfolgreichen Lösung entgegenzuführen. Das Technion besteht aus zwei Abteilungen^ einer für Bauingenieurwesen und einer für Architektur. Die Unterrichtsfächer, die Unterrichtsmethoden in Vorlesungen und praktische Uebungen entsprechen denen ähnlicher Technischen Hochschulen Europas. Unterrichtssprache ist durchaus hebräisch. Reifezeugnis ist Aufnahmebedingung. Unterrichtsdauer vier Jahre. Die Diplomprüfungen dauern etwa sechs Monate und werden vor einer besonderen Kommission abgehalten und von der Regierung überwacht. Es besteht am Technion keine weitgehende Spezialisierung. Vielmehr werden die Studenten so ausgebildet, daß sie nach Schluß des Unterrichts an jeder Bautätigkeit mitzuarbeiten imstande sind und ihre weitere Spezialisierung durch ihre praktische Tätigkeit erwerben können. Die Urteile ihrer Arbeitgeber waren bisher durchweg günstig. Sämtliche Absolventen des Technion (etwa 100 in fünf Jahrgängen) fanden Beschäftigung in ihrem Fach und sind bei der Regierung, beim Hafenbau, Straßenbau, bei Kanalisation, Be- und Entwässerungs-, Vermessungsarbeiten usw., bei Munizipalitäten, bei jüdischen Siedlungsarbeiten, wie J. N.-F., Zion, Exekutive, Pica, bei privaten Bauunternehmern und als Bauaufseher beschäftigt. Die Frage des zu verleihenden Titels ist bei einer solchen jungen Anstalt begreiflicherweise noch1 nicht geklärt, insbesondere da in Palästina noch kein gesetzlicher Schutz des Ingenieurtitels besteht. .Doch war das kein Hindernis! für die jungen Ha,ifaer Ingenieure. Viele von ihnen fanden Arbeit sofort nach Abschluß des Studiums und konnten bis jetzt keine Zeit finden, um an die Diplomprüfungen zu gehen. Landerziebungsfreim Ben Schemen. Wir haben über dieses in "Jahrgang 1930 einen ausführlichen Artikel des Leiters Dr. Siegfried Lehmann gebracht. Das Heim hat ca. 100 jüdische Kinder aus Deutschland aufgenommen. Es enthält einen Kindergarten und eine Volksschule. Nach dieser beginnt die eigentliche landwirtschaftliche Ausbildung mit Fortbildung in den allgemeinen Fächern. Dieser Lehrgang wird drei Jahre betragen. Der landwirtschaftliche Betrieb ist sehr groß, es wird auch eine Orangenpflanzung angelegt. Die Schule besteht seit sieben Jahren und es sind in der Methode der Erziehung der Kinder durch Schule und Arbeit reiche Erfahrungen gesammelt und große Erfolge erzielt worden.