Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1933)
- Article
- Hauswirtschaftliche Frauenarbeit [Nachricht]
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 404 (sequence 1)
- Language
- German
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Haus wirtschaftliche Frauenarbeit. In „Wizo" Nr. 10 schreibt hierüber Dr. Nadja Stein. Als weibliche Hausangestellte wurden (neben 9941 Hausfrauen) 1931 ca, 2900 Frauen gezählt, dazu kommen 420 in Hotels und Restaurants Beschäftigte (1932: 600). Inzwischen hat sich die Zahl der Pensionen und Hotels zusehends vermehrt, desgleichen die Menge der Haushaltungen, und beide steigen dauernd. Einstimmig sagen die Arbeitsvermittlungsstellen aus, daß gutes: Hauspersonal ebenso stark gesucht wird, wie es noch! wenig vertreten ist. Wirklich perfekte Köchinnen sind z. B. immer noch eine Rarität Und ebenso Wirtschafterinnen für Großbetriebe oder auch nur Wirtschafterinnen, die einen kleinen Haushalt selbständig und erstklassig besorgen können. Dabei finden z. B. in englischen Familien Wirtschafterinnen gut bezahlte Stellungen, d. h. sie erhalten für verhältnismäßig leichte Arbeit 5—6 Pfund im Monat neben freier Station und Kost. Ein einfaches Hausmädchen erhält durchschnittlich 3 Pfund bei achtstündiger Arbeitszeit. Kindermädchen finden gleichfalls unschwer Stellungen, hier ist aber Hebräisch in den meisten Fällen unerläßlich. Säuglingspflegerinnen, die auch die Mutter in der ersten Zeit mitbetreuen, und ihr im Haushalt eine Stütze zu sein verstehlen, sind auch sehr geschätzt und nur dünn gesät. Die einstige Abneigung gegen Haushaltsistellungen hat unter dem Druck der Not sehr nachgelassen. Sie sind im Gegenteil von Neuankömmlingen besonders begehrt. Sie geben ihnen ein Dach über dem Kopf, was bei den hohen Zimmerpreisen sehr ins Gewicht fällt und lassen ihnen bei der üblichen Arbeitszeit von acht Stunden Zeit zur Weiterbildung im Hebräischen und in anderen Dingen, in denen sie sich vervollkommnen möchten. In den meisten Fällen werden Stellungen in privaten Haushalten doch nur als Uebergangsbesfchäftigung, als Notbehelf betrachtet, obwohl sie sozial keine schlechtere Position geben, als sonst eine Stellung. Auffällig ist übrigens die Tatsache, daß die Bedienung in Restaurants und Cafes fast durchwegs männlich ist. Das WIZO- Restaurant macht hier eine Ausnahme. Hingegen mehrt sich die Zahl der Mittagstiscjie, die Frauen eröffnen und die fast alle auf gutien Zuspruch rechnen können. Konditorinnen sind kaum vertreten und hätten ein gutes Arbeitsfeld. Streik arabischer Arbeiter. Wir haben in Nr. 1/2, S. 61 von der arabischen Weberei in Migdal Gan berichtet, die hunderte von Arbeitern zu elenden Löhnen beschäftigt. Der Taglohn eines Arbeiters beträgt 30—40 Müs (39,52 Pf.), Frauen 15 Müs (20 Pf.). Diese furchtbare Ausbeutung hat zu einem Streik der Arbeiter geführt. KULTUR. Neuer Verlag. In Jerusalem wurde eine neue Verlagsgesellschaft „Chaim" (auf Namen des seligen Ghaim Cohen) gegründet. Kapital 5000 pal. Pfund. Zu den Leitern des Verlages gehört mit Dr. M. Glueckson, Chefredakteur de» Tagblattes „Haarez", welcjhes vom Verlag übernommen worden ist. Universität. Der Ausbau des Instituts. Die Leitung der Hebräischen Universität Jerusalem hat ein Manifest erlassen. Es werden die Erweiterung der Universität und ihr Ausbau von einem reinen Forschungsinstitut zu einer umfassenden Lehrstätte angekündigt und an die jüdische Oeffentlicihkeit wird der Appell gerichtet, dafür zu1 sorgen, daß die zu diesem Ausbau erforderliche Erhöhung desj