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Palästina · 1933-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1933) · p. Seite 402

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1933)
Article
Lebenskosten [Nachricht]
Date
1933-10-01
Page
Seite 402 (sequence 2)
Language
German
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Das viel diskutierte Problem der Hausgehilfinnen ist heute nicht mehr so sohlimm wie früher. Es gibt jetzt viele europäische Mädchen, die ganz gut und sauber arbeiten. Der Monatslohn schwankt zwischen zwei und drei Pfund, je nach Größe der Familie und Wohnung. Gegen Warenhäuser. In der „Palestine Post" veröffentlicht Dr. Norbert Schäfer eine Zuschrift, die sich gegen den Plan der Errichtung von Warenhäusern in Palästina wendet. Palästina, so schreibt er, sei nicht geeignet, für die Errichtung von Warenhäusern, weil diese eine Bedrohung der palästinensischen Mittelklassen darstellen würden. Vor allem aber müsse man berücksichtigen, daß neue Industrien nicht auf dier Basis von Warenhäusern gegründet werden können, weil sie nicht in der Lage seien, zu den für Warenhäuser erforderlichen billigen Preisen ihre Produkte zu verkaufen, so daß die Gefahr besteht, daß die Warenhäuser lediglich importierte Waren verwenden würden. Dies wäre aber eine Schädigung der jungen palästinensischen Industrie. Der Verfasser verweist ferner auf die Erfahrungen in Deutschland, wo das Warenhauswesen sich1 dadurch entwickelte, daß während der Wirtschaftskrise viele bestehende Industrien in Not gerieten und ihre Produkte zu billigen Preisen losschlagen mußten. Etwas ähnliches sei in Palästina aber nicht zu erwarten. KREDIT. Zentralbank für kooperative Institutionen. Der Bericht für das Jahr, endend am 31. August 1932, ist erst jetzt erschienen. Die Berichtsperiode ist also schon mehr als ein Jahr abgeschlossen. Daher fügt die Direktion (Harry Viteies) noch einige Daten über die weitere Entwicklung hinzu. Es wird betont, daß die Aussichten optimistisch' beurteilt werden. Bauen und Pflanzen gehen in größtem Stil vorwärts, die Bodenpreise steigen rapid, die Hypothekenzinsen erhöhen sich, ebenso die Mietrenten. Im Jahre 1932 wurden 31/2 Millionen Pfund jüdisches Kapital investiert. Im Mai 1933 gab es jüdische Orangengärten auf 110.000 Dunam, die Preise für Zitrusfrüchte sind zurückgegangen, aber noch immer rentabel. Viele Kreditgenossenschaften haben infolge Zunahme der Depositen ihre Kredite zu ermäßigten Zinsen ausgedehnt. Manche errichten eigene Gebäude, machen einander Konkurrenz nsw. (Hiier ist deutlich zu bemerken, daß Direktor Viteies die Gebarung als nicht allzu vorsichtig ansieht.) Die landwirtschaftlichen Kooperativen sind auch ziemlich unbekümmert um die Zukunft; die Fragen der Senkung der Produktionskosten, der Gewinnung neuer Märkte finden wenig Beachtung. Jeder kleine Mann baut sich ein eigenes Haus. Die Bauern sind in keiner guten Lage, da schon vier Jahre lang Dürre herrscht und die Ernten sehr spärlich1 sind. Die Bank hatte <am 31. März 1932 an kurzfristigen Krediten 118.594 Pfund ausständig, um 9035 weniger als im Vorjahr, bei 65 Gesellschaften mit 13.247 Mitgliedern, von diesen waren 10 Kooperativen neu. Von langfristigen Krediten waren 65.998 pal. Pfund offen, 11.408 mehr wie im vorigen Jahr. Der größte Teil der Summe war Orangenpflanzern geliehen. Die Tätigkeit der Beratung und Ueberwachung der Genossenschaften wurde fortgesetzt. Auch Hamischbar wurde revidiert. Bei einer Enquete Ende 1932 haben 100 Kooperativen (davon 44 Kreditgenossenschaften Antwort gegeben. Sie hatten 34.000 Mitglieder, das ist ein

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