Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1933)
- Article
- Der Entwicklungsgang der Arbeiter-Krankenkasse in Palästina
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 345 (sequence 1)
- Language
- German
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I Der Entwicklungsgang der Arbeiter- 345 Krankenkasse in Palästina. Von Chefarzt Dr. J. Majer, Tel-Aviv. Der Entwicklungsgang der Arbeiterkrankenkasse in Palästina in den letzten Jahren ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet: 1. Allmähliche Befreiung der Kasse von der Abhängigkeit von der Jewish Agency und der Schuldenlast. 2. Anwachsen der Mitgliederzahl und Erhöhung der Mitgliedsgebühren. 3. Ausbau der Institute und Hebung des medizinischen Niveaus. 4. Beginn der präventiven Arbeit. 5. Gründung des Invalidenfonds. Schon vor mehreren Jahren war es für die Leitung der Krankenkasse klar, daß sie nolens volens die Unterstützung von Seiten der Zionistischen Organisation früher oder später verlieren wird. Dies trat früher ein, als wir ess vermutet hatten und die Tatsache, daß wir aus dieser Krise heil und gefestigter denn je hervorgegangen sind, beweist wiederum — wenn es je eines Beweise.sj bedurft hätte — auf wie festem Boden unser Institut steht, und gibt, allgemein gesprochen, das beste Zeugnis dafür ab, daß in Palästina nur diejenigen Institute bleibenden Wert und beständige Existenzsicherheit haben, die den größten Teil ihres Budgets vom Jischuw selbst oder Teilen desselben bekommen, während diejenigen Institute, die ihr Budget von jenseits des Meeres beziehen, niemals ihrer Existenz sicher sein können. Nur ,so ist die lehrreiche Tatsache zu verstehen, daß, während die Einnahmen der Jewish Agency geringer wurden und infolge der Wirtschaftskrise in Amerika die Geldquellen langsam zu versiegen begannen, die Lehrer viele Mokate hindurch kein Gehalt bekommen haben, die Hadassah ihr Tätigkeitsgebiet bedeutend einschränken, vieles den neugeschaffenen Verhältnissen entsprechend umorganisieren mußte, und während der kritischen Zeit monatelang Aerzten und Schwestern nicht vollen Gehalt ausbezahlen konnte, die Krankenkasse die Gehälter pünktlich auszahlte, ihre Institute nicht nur aufrecht geblieben sind, sondern immer mehr und mehr ausgebaut werden konnten. Folgende Tabellen mögen diesen Entwicklungsgang illustrieren: Tabelle I. Die Beteiligung der Jewish Agency an dem Budget der Kupat-Cholim war die folgende: Jahr pal. Pfund in Perzenten des Budgets 1925 11.300 31.4 1926 17.300 32.6 1927 17.700 35.9 1928 13.600 28.4 1929 12.500 25.5 1930 12.400 20.4 1931 9.500 15.5 1932 3.200 5.5