Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1933)
- Article
- Korporative der Zitruspflanzer der Scharonebene [Nachricht]
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 305 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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sation der Pflanzer. Neben „Pardeß", die in der abgelaufenen Saison l1/* 305 Millionen Kisten verkaufte, vereinigt die neue Korporative 1/2 Millionen Kisten* von denen ein großer Teil bisher „am Baum" verkauft worden ist, ein anderer durch kleine Korporativen. Aus diesen letzteren werden sich gleichfalls in der Zukunft zwei große Korporativen herausbilden, eine der Arbeiterwirtschaften '.— „Yakhin" und „Tnuwah" — die zweite aus den Wirtschaften der „Hanotea". Damit ist der Weg zu einer einheitlichen Verkaufszusammenfassung sämtlicher jüdischer Zitruspflanzer auf korporativer Basis gegeben, was natürlich von sehr großer Bedeutung für die Durchsetzung angemessener Preise auf dem Markt sein wird. („Yakhin" ist eine Korporative der Histadruth, welche Pflanzungen für fremde Rechnung anlegt. „Tnuvah" ist die Verkaufsstelle für Produkte der Arbeitersiedlungen, „Hanotea" ist die Pflanzungsgesellschaft der Farmersöhne (Bnei Benjamin), die Natihania Kfar Ahron, Herzlia sowie Even Jehuda angelegt hat und weitere Siedlungen gründet). Außer dieser erfreulichen Tatsache meldet „Boust'nai" auch eine Absplitterung von Mitgliedern aus der bestehenden großen Kooperative „Hachaklei" in Pethach Tikwah, die eine neue Genossenschaft „Bustan" (Obstgarten) gründeten. Zollfragen und Zitrusabsatz. In „Boust'nai" Nr. 5 schreibt Smilansky über dieses Thema und bespricht die eigenartige Lage Palästinas als Mandatsland, das allen Ländern Meistbegünstigungen geben muß. Aehnlich wie wir in Nr. 5/6, Seite 190, zeigt er, daß Palästina aus allen Ländern viel mehr einführt als ausführt. Es müßte einen Weg geben> um zu Einzelhandelsverträgen zu kommen, um so mehr es gelten wird, einen stark wachsenden Zitrusexport unterzubringen. Die Konkurrenz nimmt zu. Die Weltproduktion an Zitrusfrüchten ist derzeit 165 Millionen Kisten und steigt noch weiter an. Zwar ist die Palästinafrucht an Güte die erste, aber die Produkte anderer Länder stehen unter dem Handelsvertragsschutz ihrer Regierungen, indes ein solcher für Palästinaprodukte nicht möglich ist. Spanien ist dieses Jahr ein Beispiel dafür geworden, wie sich der Rückgang des Zitrusabsatzes infolge erhöhten ZoUsohutzes in allen Ländern auswirkt. Es wurden dort 50 o/o der Arbeiter der Pardessim entlassen und damit 800.000 Menschen dem Hunger überliefert. Es ist nötig, die Aenderutng der betreffenden Mandatsbestimmungen mit aller Kraft anzustreben. Jüdische Orangenzüchter in Cypern. In letzter Zeit sind einige kapitalbesitzende Juden von Palästina nach Cypern übersiedelt, um Orangen zu pflanzen. Der Boden kostet dort die Hälfte soviel als in Palästina und die Früchte zahlen in England keinen Zoll. Dies hat ziemliche Mißstimmung unter den Pflanzern Palästinas hervorgerufen. Wie „Boust'nai" aber schreibt, sind die für Zitrus geeigneten Flächen in Cypern nicht ausgedehnt und liegen an der Küste, an allen ihren Seiten, und sind deshalb mehr als günstig der Meeresfeuchtigkeit ausgesetzt. Der geologische Bau des Bodens ist so, daß das Wasser nicht in größeren Tiefen gefunden wird. Im Gegenteil, die Quellen sind sehr wasserarm, es gibt auch nicht viel Flütefce und keine Möglichkeit, wie in Palästina, durch Röhrenleitung zu bewässern. Es wird Sdhamuti gepflanzt, aber ihr Geschmack ist mehr wie die der Valencia. Cypern wird daher Palästina keine besondere Konkurrenz machen. Uebrigens war die griechische Bevölkerung Cyperns seit jeher stark antisemitisch, was für eine Niederlassung von Juden nicht anziehend wirkt.