Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1933-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1933) · p. Seite 303

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1933)
Article
Die Kolonisationstätigkeit der Jewish Agency [Nachricht]
Date
1933-07-01
Page
Seite 303 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2379786-2379908-2379913--15954-2398763
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

LANDWIRTSCHAFT UND KOLONISATION. 303 Die Kolonisationstätigkeit der Jewish Agency. Im Memorandum der Jewish Agency an die Mandatskommission heißt es über die Tätigkeit des K. H.: Im Jahre 1932 wurden 56.000 Pfund für landwirtschaftliche Zwecke, zumeist für Konsolidierung aufgewendet. Das gesamte in den Siedlungen aufgewendete Kapital ist 1,046.000 pal. . Pfund, wovon 65o/o zurückgezahlt werden sollen in Terminen von 27 Jahren bei Citruspflanzungen und 50 Jahren bei unbewässerten Siedlungen. Auf Grund des 1000-Familien-Plans sind schon 427 Familien angesiedelt worden. Dabei investierten die Siedler selbst je 31 pal. Pfund. Darlehen geben: die P. E. C. 105 pal. Pfund, der Hilfsfond 25 paj. Pfund. 888 Dunam waren Ende 1932 bepflanzt. Bezüglich der Versuchsstation laufen Verhandlungen mit der Regierung wegen einer Subvention. Die Wizo hat in ihren neuen Mädchenschulen in Neß Zionah (400 Dunam) 30 Schülerinnen eingestellt, in den anderen Mädchenschulen für Landwirtschaft 74, in der Hauswirtschaftsschule 44, in deren Abendkursen 500. Probleme der Orangenzucht. Der Leiter der Obstzucht-Abteilung der Regierung, Mr. A. G. Turner, schreibt über dieses Thema in „Palestine and Middle East" Nr. 4. Er nimmt an, daß Ende 1933 ca. 155.000 bis 165.000 Dunam mit Zitrus bepflanzt sein werden. Da diese Kultur sehr alt ist, so haben sich einige schlechte Gewohnheiten eingewurzelt. Es werden zu große Setzlinge verwendet, die für die Zeit des Pfropfens schon einen zu großen Umfang haben. Die Baumschulen sollten überwacht werden. Als Grundstock sollte die sauere Orange (Huschkasch), nicht die süße verwendet werden, die man deshalb vorzieht, weil sie früher Früchte gibt. Die saure hat aber eine längere Lebensdauer, die Früchte sind in Qualität besser, die süße ist mehr den Krankheiten ausgesetzt, wird nie so stark wie die saure, weshalb mehr Stämme auf den Dunam gepflanzt werden können. In den alten Kolonien sind daher die Bäume zu dicht gepflanzt. Der Versand erfolgt meist zu früh, im Oktober sind die Früchte noch nicht besonders gut, erst Ende März sind sie vollreif und man sollte daher eine Spätsorte züchten, z. B. Valencia, die auch schon angebaut wird. Allerdings müßten die Zollaufschläge in England für April wegfallen Mr. Turner schreibt dann über die Krankheiten durch Insekten. Während der Saison sind nicht weniger als 60.000 Kisten wegen der Schuppenkrankheit und anderer Infektionen zurückgewiesen worden. Die Pflanzer sollten die Räucherung und Besprengung ihrer Gärten auf eigene Kosten vornehmen, auf Grund kooperativer Zusammenarbeit. Nach der Pflücke werden die Orangen vielfach in ungeeigneten Räumen und so hoch aufgeschlicfatet, daß die Früchte leiden müssen. In den letzten Jahren sind eine Reihe von modernen Packhäusem entstanden. Hoffentlich* wird die Packung der ganzen Ernte bald vollständig in zentralen Packhäusern durchgeführt werden. In anderen Ländern gibt es bestimmte Qualitätsgrade (3 bis 4), die den Käufern garantiert werden. Auch in Palästina sollte das eingeführt werden, ebenso die Einheitskiste. Die in Gebrauch stehenden zwölf Kistengrößen sollten auf höchstens drei reduziert werden. Die neue Vorschrift wegen der Anmeldung der Brandmarken wurde heuer zum ersten-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.