Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1933)
- Article
- Mandatskommission : das Memorandum der Jewish Agency an den Völkerbund [Nachricht]
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 295 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Werkereinwanderung verlangten Kapitals hin. Sokolow weist ferner darauf hin, daß die Sicherheitsverhältnisse im Lande noch zu wünschen übrig lassen. Er begrüßt es, daß die Administration den Anteil der Juden an den Einnahmen der Regierung feststellen läßt, und hofft, es würden dann im Sinne des Macdonaldbriefes mehr jüdische Arbeiter bei den öffentlichen Arbeiten eingestellt werden. (Inzwischen ist darüber schon die Entscheidung gefällt worden. Siehe unten. — Die Red.) Der betreffende Zustand ist auch bei den Gemeindeverwaltungen unbefriedigend. Das Memorandum bringt die Zahlen des Zensus, ö^ie des Aufbaues, der Einwanderung, der jüdischen Arbeitslosigkeit, die im Unterschied zu den Zahlen der Regierung sehr klein sind (im Dezember in den Städten 438, am Lande 300, dazu 360 zeitweise Arbeitslose), der Industrie, der Arbeiterschaft, der Kolonisation, Industrie, Erziehung, Finanzen, Sanität etc. (Wir haben die betreffenden Daten wiederholt mitgeteilt und geben in dieser Nummer aus dem Bericht nur einige neue unter den betreffenden Rubriken. — Die Red.). Ueber die French-Untersuchung der „landlosen Araber" sagt der Bericht, es könnten nach dem Stand der Untersuchung seit 1918 höchstens 600 Araber durch die zionistische Kolonisation „dispLaced" (von ihrem Boden entfernt) worden sein. (Inzwischen wurden 889 Familien registriert. Die Debatte. Obzwar die Verhandlungen geheim waren, war die „Jüdische Rundschau" in der Lage, darüber folgendes mitzuteilen. (Nr. 61 vom 1. August? 1933): In der Debatte wurden besonders berührt die Kolonisationspläne in Transjordanien, die Einbeziehung Palästinas in das System der Zollbevorzugungen des Britischen Reiches (Imperial Preference), die Frage der Einwanderungserleichterungen für deutsche Juden, das Verhältnis der Araber zur! Regierung und eine Reihe anderer laufender Fragen. Formeller Gegenstand der Debatte war der Jahresbericht der Regierjung für das Verwaltungsjahr 1932. Als Vertreter der Mandatarmacht beantwortete die Fragen der Kommissionsmitglieder Herr M. A. Young, der seinen Posten des Generalsekretars der palästinensischen Verwaltung im Juni d. J. verlassen hat. Mehrere Mitglieder der Kommission lenkten die Aufmerksamkeit des Vertreters der Mandatarmacht auf die Kolonisationsmöglichkeiten in Transjordanien. Sie wiesen darauf hin, daß Emir Abdullah und die Gesetzgebende Versammlung Transjordaniens ihre Sympathie gegenüber jüdischen Kolonisationsbestrebungen in Trans jordanien offen Ausdruck gegeben haben und fragten ob die Mandatarmacht die Verwirklichung dieser Projekte zu unterstützen gedenke. Die Antworten des Generalsekretärs Young waren zwar äußerst allgemeine, aber nichtsdestoweniger vollkommen ablehnend. Er bemerkte zunächst, daß Trans jordanien von den sich auf das Jüdische Nationalheim beziehenden Bestimmungen des Mandates ausdrücklich entlastet wurde und eine Aenderung dieses Zustandes nicht in Frage käme. Die Mandatarmacht erachte es nicht für möglich, die jüdische Kolonisation in Transjordanien jetzt zu fördern. Andere Kommissionsmitglieder wiesen nicht nur auf die Wünsche der tr ans jordanischen Regierung und Bevölkerung, sondern auch auf die Tatsache hin, daß Transjordanien ein Gebiet von 43.000 Quadratkilometer, also doppelt so groß als Palästina ist, aber nur 300.000 Einwohner gegenüber einer Bevölkerung von über einer Million in Palästina zählt und