Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1933)
- Article
- Neue Anleihe [Nachricht]
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 277 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Wie bekannt, hat die Regierung im Jahre 1928 eine erste Anleihe von 4x/2 Millionen Pfund aufgenommen, wovon sie von vornherein 2,64 Millionen Pfund für Rückzahlung an die Kronagenten und die Eisenbahnvorbesitzer bezahlte. Der restliche Betrag ist zum größten Teil für den Hafenbau in Haifa verwendet worden. Es waren 4,475.000 pal. Pfund Nominale (Obligationen) zu 5o/o. Die Amortisation begann am 1. November 1930. Am 14. Juli fand eine Debatte über die Anleihe statt, in der der Kolonialminister erklärte, daß die Regierung wie bei der ersten Anleihe, die Garantie übernehmen werde. In bezug auf die Verwendung bestätigte er das oben mitgeteilte Programm, ohne Ziffern zu nennen und erwähiite noch die hydrographischen Untersuchungen. In bezug auf den French-Bericht gab der Minister Erklärungen ab, die wir unten besprechen. Col. Wedgewood gab in der Debatte zu bedenken, daß die Juden Palästinas zu einem sehr hohen Perzentsatz die Lasten der Anleihe tragen würden. In der Tat ist schon oft berechnet worden, daß auf die Juden 40—45<Vo aller Steuern des Landes fallen. Den Nutzen aus der Anleihe werden fast ausschließlich Araber haben. Es ist auch völlig gegen den Geist des Mandates, daß aus Landesmitteln Araber angesiedelt werden, indes trotz der Bestirntem soll, diese noch nicht einen Piaster dafür aufgewendet hat. Auch die jüdische Presse macht dieselben Einwendungen und weist auf die mandatswidrige Bevorzugung des arabischen Bevölkerungsteiles hin. 250.000 Pfund für die 889 dislozierten Araberfamilien, die registriert wurden, bedeutet eine Aufwendung von ca. 280 Pfund per Familie aus Landesmitteln. „Daily Mail" protestiert gegen die Uebernahme der Garantie für die Anleihe durch England. Dieser Protest ist praktisch ganz bedeutungslos, denn die Palästinaregierung hat einen Ueberschuß von 55 0/0 des Anleihe^etrages in den Kassen liegen, daher ist kein Risiko mit dieser Anleihe verbunden. Der French-Bericht. Der bisher als diskret bezeichnet gewesene Bericht des früheren Leiters des Amtes für Landentwicklung, Lewis French, ist soeben in London veröffentlicht worden. Wir geben nachstehend einen Auszug aus diesem Bericht und behalten uns vor, auf ihn näher einzugehen. Einleitend bemerkt French, seine Vorschläge seien auf die Voraussetzung begründet, daß die Mittel zu ihrer Durchführung im Wege einer Anleihe beschafft werden sollten; ferner, daß jeder vorgeschlagene Plan die spätere Produktivität der in ihm vorgesehenen Anlage gewährleiste. Alle Auslagen müßten von den Siedlern in angemessenen Ratenzahlungen rückerstattet werden. Ein derartiger Plan verfolge nicht nur ein politisches, sondern auch ein psychologisches Ziel; sowohl dem landlosen Araber, als auch dem jüdischen Kolonisten soll ein frischer Ansporn gegeben werden. Die Politik der Regierung, heißt es im French-Bericht, zielt auf eine dichtere Siedlung der gegenwärtigen und künftigen Bevölkerung Palästinas ab. Dichtere Siedlung bedeutet höher entwickelte Landwirtschaft, d. h. Uebergang von der Kultur im Preise tiefstehender Produkte zu rentablerem Obstbau, wie Citrus- und Bananenkultur; Milchwirtschaft; Viehzucht, Geflügel- und Eierproduktion. Von vornherein scheinen diese Ziele bewunderungswürdig; doch darf Idealismus nicht blind sein für das schwere Risiko, das mit solcher Politik verbunden ist. Theoretisch soll bei Zuteilung von kleinen Parzellen zu