Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1933)
- Article
- Dr. Chaim Arlosoroff ermordet [Nachricht]
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 275 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2379786-2379908-2379913--15810-2398735- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Am 23. Juli wurden zehn Angehörige der revisionistischen Partei im Zusammenhang mit dem Mord verhaftet und acht davon gegen Kaution freigelassen. In Kfar Saba wurde der Revisionist Zwi Rosenblatt verhaftet, der dringend der Teilnahme am Morde verdächtig erscheint. Die Nachfolge Arlosoroffs. J. Ben Zwi, Leiter des Waad Leumi, ist über Aufforderung in die Exekutive der Jewish Agency eingetreten und hat das politische Dezernat übernommen. Ben Zwi ist Wissenschaftler und Arbeiterführer, er lebt seit 1904 im Lande. Das Mandat. In der Unterhausdebatte vom 14. Juli sagte der Kolonienminister, daß das Mandat absolut fair verwaltet werde. Seine Verwaltung liege in der Hand eines Mannes, dem alle, Juden und Araber, absolutes Vertrauen und im Laufe der Zeit auch Liebe entgegengebracht haben. Mord und Ueberfälle. In der Nähe von Kirjath Anawim bei Jerusalem wurde die Leiche eines jüdischen Arbeiters aus Kfar Saba gefunden. Ob Mord oder Selbstmord vorliegt, ist nooh nicht geklärt. Auf den Wächter der Siedlung Hisachon bei Tel - Mond wurden in der Nacht des 25. Juni mehrere Schüsse abgegeben, sowie dort einige Bäume entwurzelt. Beim Versuch, arabische Hirten, die ungeachtet des Räumungsbefehles ihre Herden in Wadi el Chawereth weiden ließen, zu verhaften, wurde ein britischer Polizist durch Messerstiche schwer verletzt. Im Balfourwald ist ein Brand ausgebrochen, bei dem 3000 Bäume vernichtet wurden. Arabische Knaben wurden als der Tat verdächtig verhaftet. Arabische Agitation. Am Jahrestag der Hinrichtung der drei nach den Unruhen von 1929 verunteilten Araber fanden Demonstrationen und Versammlungen statt, bei denen diese drei Araber als Märtyrer gefeiert wuriden. Die kommunistische Partei feierte die Uniruhen als nationale Erhebung. Die arabische Jugendorganisation hat einen Sportverband gegründet, der sich auch auf die Nachbarländer erstrecken und Olympiaden veranstalten soll. Arabische Ausstellung. Am 8. Juli wurde in Jerusalem die arabisch-palästinensische Ausstellung eröffnet. Entsprechend der von der arabischen Exekutive Palästinas vor kurzem beschlossenen Politik der Non-Cooperation mit der Regierung und den übrigen offiziellen Körpersqhaften wurden weder die Mitglieder der Palästinaregierung, noch der Vorstand der Gemeinde Jerusalem! zur Ausstellung eingeladen. Auch an jüdische Journalisten sind keine Einladungen ergangen, nicht einmal an die „Palestine Post", die die einzige englische Tageszeitung in Palästina und den Nachbarländern ist. Ein jüdischer Journalist, der die Ausstellung sehen wollte, wurde abgewiesen. Transjordanien. Ende Mai sind eine Reihe von tr ans jordanischen Führern und Vertretern bei der Exekutive der Jewish Agency in Jerusalem erschienen und baten um Durchführung von Landkäufen. Unter dem Namen „Jordanbrüderschaft" hat sich eine neue judenfreundliche Partei in Transjordanien gebildet. Der Emir erklärte neuerdings, daß er die Bemühungen der Zionisten nicht unterstütze. Er verbot auch eine von Mitgal Pascha einberufene Gegenkund-