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Palästina · 1933-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1933) · p. Seite 257

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1933)
Article
Die Berufsverhältnisse der Bevölkerung in Palästina nach der Volkszählung
Date
1933-07-01
Page
Seite 257 (sequence 13)
Language
German
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(Tabelle VII), sowie ein Teil der als scholarship-holders und pensioners ange- 257 führten 1653 erwerbstätigen Juden (Tabelle VIII), ferner die 343 Juden, die von Geldsendungen vom Auslande leben, und die in Tabelle VIII als unpro«» duktiv bezeichneten 422 Erwerbstätigen. Insgesamt sind diese wirtschaftlich unproduktiven Elemente auf höchstens 5°/o der berufstätigen jüdischen Bevölkerung zu schätzen. Die Einwanderung neuer wirtschaftlich aktiver jüdisehfer Elemente hat auch auf die ChalukkaSb-Bevölkerung zurückgewirkt, besonders auf die heranwachsende Jugend, und hat sie zum großen Teil produktiviert. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die Volks- und Berufszählung vom November 1931 deutlich zeigt, daß Palästina, das vor dem Weltkriege ein fast rein agrarisches Land war, heute nur noch als halbagrarisch anzusprechen ist. Es zeigt in seinler wirtschaftlichen Struktur bereits einen erheblichjen industriellen Einschlag, der zum grdßen Teil autf die industrielle Betätigung der jüdischen Einwanderer zurückgeht. Innerhalb der Landwirtschaft wiegt bei den Nichtjuden noch die extensive Form der Landwirtschaft (Körnerbau) vor; in ihr sind noch 86,3o/o der Nichtjuden beschäftigt und nur 13,7o/o sind bereits zu intensiven Formen der Landwirtschaft (Baumpflanzuingen, bewässerte Kulturen) übergegangen. Bei den jüdischen Landwirten übertrifft der Prozentsatz der Landwirte mit intensiver Kiultur (59,4o/o), dagegen beträchtlich denjenigen der Landwirte mit extensiver Kultur (40,6 o/o). Die Berufsgliederung der Juden unterscheidet sich von der Berufsgliederung der Juden in anderen Ländern zu ihrem Vorteil durch die größere Vielseitigkeit. Der Handel bildet nicht mehr wie fast überall sonst die Haupterwerbsquelle, sondern steht erst an dritter Stdile nach Industrie unfd Landn Wirtschaft. Den schwachen Funkt in der Berufsgliederung der Juden bildet die Ueberfüllung der freien Berufe, die sich in noch höhlenem Maße zeigt als bei den Juden anderer Länder, wo sie bereits zur Bildung eines zahlreichen akademischen Proletariats geführt hat. Wenn es möglich! ist, aus den Resultaten der Volkszählung eine praktische Lehre zu ziehten, so wäre es die, daß die Juden in Palästina sich von den akafdemischen Berufen ab- und der Landwirtschaft und Industrie zuwenden sollten. Die Volkszählung 1931 in ihren Details. Ueber die am 18. November 1931 vorgenommene Volkszählung haben wir in einer Reihe von Artikeln die wichtigsten Daten mitgeteilt.*) Soeben erschienen in zwei stattliehen Bäntdan die Ergebnisse un|d ihre Bearbeitung durch den stellvertretenden Zivilsekretär M. E. Mills.**) Wir entn/ehmen dieser Veröffentlichung, welche eine bewunderungswürdige wissenschaftliche Leistung darstellt und nach dem vorstehenden Artikel von Dr. Ruppin das Gebiet der Berufsschichtung behandelt, eine Reihe weiterer Daten. *) S. Jahrg. 1932, Dr. A. Ruppin: Die Volkszählung in Palästina, Heft 1/2, Dr. Walter Preuß: Die Ergebnisse der Volkszählung in Nr. 5/7. Derselbe: Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Bevölkerung Palästinas von 1922—1931* **) Census of Palestine. Vol. I, S. 345 mit einer Karte (und 44 Diagrammen), Vol. II (Tabellen), S. 595. tyiese beiden Bände sind in Alexandrien gedruckt. Warum dies nicht in einer palästinensischen Druckerei geschah, ist unerfindlich.

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