Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1933)
- Article
- Die Berufsverhältnisse der Bevölkerung in Palästina nach der Volkszählung
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 255 (sequence 11)
- Language
- German
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als Angestellte bei Rechtsanwälten, als Bittschriftschreiber . . . . .. .. . als Aerzte, Zahnärzte, Tierärzte . .... .... als Hebammen, Krankenschwestern, Apotheker . . als Professoren, Lehrer, Schuldiener...... in Kunst und Wissenschaft (einschließlich Ingenieure u. Landmesser) ...... in Haushaltsverwaltung, nicht häusl. Dienstboten . . . zusammen in freien Berufen 7442 =56,3 o/o aller hierin Erwerbstätigen Die Juden sind hiernach in allen freien Berufen mit 56,3o/o, das heißt etwa dreimal über ihren Bevölkerungsanteil vertjreiten; unter den Aerzten (ein*- schließlich Zahnärzten und Tierärzten) steigt ihr Prozentsatz sogar auf 72,8 o/o, in Kunst und Wissenschaft (einschließlich Ingenieuren und Landmessern) auf 64,0o/o. Während bei der nichtjüdischen Bevölkerung erst auf je 3455 Seelen ein Arzt (oder Zahnarzt oder Tierarzt) entfällt, ist es bei den Juden schon für je 283 Seelen der Fall. Da die jüdischen Aerzte fast ausschließlich jüdische Klientel haben — nur einige Spezialärzte und die Aerzte in den landwirtschaftlichen jüdischen Siedlungen werden auch von Nichtjuden konsultiert. — so beschränkt sich der Wirkungskreis in der Hauptsache auf die jüdische Bevölkerung. Wenn auch die Juden in Palästina infolge des höheren Lebensstandards, den sie von Europa mitbringen, ärztliche Hilfe viel häufiger in Anspruch nehmen als Nichtjuden, so geht doch bei ihnen die Besetzung des ärztlichen Berufes — und ebenso des Anwalts- und Ingenieur-Berufes — bereits weit über das normale Maß hinaus, wie ein Vergleich mit Deutschland mit seinem hoch entwickelten Sanitätswesen beweist. In Deutschland gab es im Jahre 1931 48.223 Aerzte, 9836 Zahnärzte und 7525 Tierärzte, davon in Berlin 6653 ^Aerzte, 1222 Zahnärzte ujad 474 Tierärzte. Es entfiel also ein Arzt (oder Zahnarzt oder Tierarzt) in Deutschland auf 987 Seelen, in Berlin auf 500 Seelen; Aehnlich ist das Verhältnis in bezug auf die Rechtsanwälte. In Deutschland entfiel im Jahre 1929 ein Rechtsanwalt auf 3930 Einwohner; in Palästina, wo es nach der Officiel Gazette vom 23. Februar 1933 161 jüdische Advokaten gab, entfiel ein solcher bereits auf 1250 Juden. In der Rubrik „Verschiedene Berufe" (Tabelle VIII) sind diejenigen Berufe zusammengefaßt, die nicht unter Landwirtschaft, Industrie, Handel, Verkehr, öffentlicher Dienst und freie Berufe fallen. Die Juden sind darunter mit 13.824 Erwerbstätigen vertreten, die den hohen Prozentsatz von 40,5% aller Erwerbstätigen dieser Kategorie ausmachen. Auch unter den einzelnen Unterabteilungen dieser Kategdrie sind die Juden stark vertreten, sq unter den Rentiers, Pensionsbeziehern etc. mit.......... 39,90/0» unter den von Ueberweisungen aus dem Ausland Lebenden mit . . 65,9 o/o, unter den häusl. Dienstboten (inkl. private Chauffeure) mit.....33,5o/o. 255 131 Juden 38,5o/o aller hierin Erwerbstätigen 617 „ =72,8o/o „ 1131 „ =58,6o/o „ 2348 „ =56,Oo/o „ 1421 „ =64,0o/o „ 37 „ =48,Oo/o „