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Palästina · 1933-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1933) · p. Seite 220

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1933)
Article
[Rezension] / M. S.
Date
1933-05-01
Page
Seite 220 (sequence 2)
Language
German
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2 20 au* wesen^<^ies Interesse rechnen können. Seine Einstellung zu Jesus, zur jüdischen Religion, zum Alten Testament, sind natürliqh und zwangsläufig gegeben. Wenn die Lektüre trotzdem auch jüdischen Lesern empfohlen werden kann, so ist es, weil William auf Grund eingehender philologischer Studien und langjähriger Forschungen in Palästina eine Fülle interessanter und neuer Erkenntnisse für die verschiedensten Gebiete palästinensischen Lebens jener Zeit bringt. Dr. M. S. Als Beduine unter Beduinen, von Ludwig Ferdinand Clauss. Mit 27 Bildern, VIII., S. 114, Verlag Herder & Co., Freiburg L Br. — Der Verfasser, bekannt durch seine Forschungen und seine Lehre von den seeliscjhen Ausdruckstypen, hat lange in Palästina gelebt. Dadurch war es ihm möglich, die Landessitten so gut kennen zu lernen, daß er, als Araber verkleidet, unter Arabern leben und sogar als „Scheich der deutschen Beduinen" Aufnahme bei dem mächtigsten Scheich von Transjordanien, Mitghal Pascha, Oberhaupt der Beni Saehr, gastliche Aufnahme finden konnte. Er schildert das Leben der Beduinen aus eigenem Mitleben, das ihn oft in die größte Lebensgefahr gebracht hat. Der Verfasser, dessen Forschungen ihn gelehrt haben, sioh. in die Seele des Beobachteten einzuleben, hat diese Kunst soweit erlernt, daß er manchmal selbst beduinisoh fühlte. Immer tapfer, humorvoll, lebenssprühend, geistesgegenwärtig, ist Clauss der richtige Gefährte für die Beduinen gewesen und er verstand es meisterhaft, ihr Seelenleben zu erforschen. Sein Bericht ist spannend wie ein Karl May-Buch, aber für die Wissenschaft der Ethnographie von Bedeutung. m. a. Das Wesen des Antisemitismus, von Heinrich Graf Coudenhove- K a 1 e r g i, mit Vorwort von Dr. R. N. Coudenheve-Kalergi, „Antisemitismus nach dem Weltkrieg", Paneuropa-Verlag, Leipzig, 1932, S. 280. — Die Neuherausgabe dieses bekannten Buches ist gewiß begrüßenswert, wenn es auch gegenüber der heutigen Stellung der antisemitischen Theoretiker nicht durchaus den gegenwärtigen Anforderungen genügt. Die Verwerfung des Rassenfetisches, die Aufzeigung der hohen Ethik im Judentum, die gefühlsmäßige Sympathie mit dem Zionismus (wobei die Juden nur als „künstliche" Nation anerkannt werden), und schließlich der christliche Bekehrungseifer zum Schlüsse des Buches werden als liberal-konfessionelle Geisteshaltung wenig Wirkung in der heutigen Welt der „organischen" Staatsidee tun. Der Sohn des Verfassers skizziert in der Vorpnede seine bekannten Ansichten über die Judenfrage, wobei er einen durchaus liberalen; Standpunkt einnimmt, von dem er aus gegen den „zionistischen Nationalismus" Front macht. Eine Polemik dagegen erübrigt sich an dieser Stelle. Die hohen ethischen Qualitäten von Vater und Sohn leuchten jedesfalls erwärmend aus diesem Buche, und es ist für jeden Juden erhebenjd, zu sehen, daß es geistig hochstehende Nichtjuden gab und gibt, welche das Judentum und seine Bedeutung mit liebevollem Verständnis werten. f. m. Druekfehlerberichtigung. In Nr. 3/4, Artikel „Bewässerungsfragen" soll es auf Seite 99, Zeile '26 von oben richtig heißen: „Staureservoir" statt. „Steuerreservoir" — In Nr. 3/4 „Zentralbank für Kooperativen" soll es auf Seite 136 richtig heißen: „langfristig 158.000" statt 1,580.000. Herausgeber und verantwortl. Redakteur: Adolf Böhm, Wien, XVI., Wilhelminenstraße 28 — Eigentum u. Verlag: Herzl-Klub, Wien, I., Elisabethstraße 1 — Druck: Josef Hajek's Nachf. Friedrich Holzer & Co., Wien, XVII., Kalvarienbergg. 32.

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