Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1933)
- Article
- [Rezension] / a. b.
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 216 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379908-2379912--15710-2398248- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Verfasser gibt u. a. folgende anschauliche Tabelle von der Siedlungsdichte in den betreffenden Ländern. Dichte pro Dichte pro Kultivierbare Fläche qkm Gesamtqkm bebauqkm % der Gesamtfläche baren Landes fläche (1930) Irak 6,2 31 92.000 20 (1931) Syrien 12,6 65 40.000 20 (1931) Palästina 39 54 11.200 42 (1929) Aegypten 16 425 35.000 4 Der Autor kündigt ein größeres Werk über Agrarprobleme des Vorderen Orientes an. a. b. Die jüdische Arbeiterbewegung in Palästina, von Dr. Walter Preuss. II. Das Werk der organisierten Arbeiterschaft und seine Problematik. Verlag Hechaluz, Berlin, 1933, S. 158. — Wir haben in Nr. 10/11 den ersten Teil dieses Werkes besprochen. Im zweiten Teil wird die etwas kompliziertere Gliederung der Kooperativen der Arbeiterorganisation dargestellt- Die „Chewrath Owdim" soll die Mutterkooperative für die einzelnen Untergenossenschaften sein, wie „Nir" (landwirtschaftliehe Uebergenossenschaft), Arbeiterbank usw. Aber die Versdhachtelung geht weiter. „Nir" ist z. B. die Mantelgesellschaft von Tenuvah. Alle Genossen der Histadruth (Gewerkschaft) sind Genossen der Chewrath Owdim. Dadurdh werden die gefährlichen Interessenkonflikte vermieden, die bei Produktivgenossensdhaften zwischen den Arbeitern derselben und den Genossenschaftern, sowie anderen Arbeitern immer entstehen. Diese Konstruktion ist neu und interessant; wie sie sich bewähren wird, kann erst eine längere Erfahrung zeigen. Die Chewrath Owdim hat durdh Gründeraktien die Mehrheit in den Untergesellscnaften. Daher hat die Arbeiterschaft als Gesamtheit stets die Führung inne. Der Verfasser schildert die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Institutionen, sowie die gewerkschaftlichen Organisationen der Arbeiterschaft in eingehender Weise und trotzdem er selbst der Histadruth angehört, ist er sehr vorsichtig und gemäßigt in seinem kritischen Urteil. Dies zeigt sich auch bei der Besprechung der arabischen Arbeit in den Pflanzungskolonien. Er sagt (S. 42), daß es sich nicht um eine gewaltsame Entfernung der nichtjüdischen Arbeiter handelt, sondern um einen langsamen Prozeß der Verwurzelung der jüdischen Arbeiter. Die Fülle des in diesen Teilen verarbeiteten Materials und die Uebersichtlichkeit des ganzen Werkes, machen es zu einem Handbuch über die Arbeiterbewegung, über die eine ausreichende Orientierung bisher noch nicht möglich war. Für die bald zu gewärtigende Neuauflage würden wir einige kleine Wünsche anmelden. Wir halten es nicht für nötig, die Verlustziffern bei Solei Bonch und Maschbir zu verschweigen, für welche Gründungen ja die zionistische Organisation mitverantwortlich ist. Aber auch bei den Erfolgen sollte sowohl im Teil I als II etwas mehr das Verdieinst dieser Organisation hervorgehoben werden, sagt ja der Verfasser selbst (S. 146) „Der Aufstieg der Arbeiterklasse ist mit dem Aufstieg des Zionismus identisch". Ferner wäre zu wünschen, daß das Programm des „Haschomer Hazair" klar umrissen werden würde (S. 101 und 149 ist die Rede .davon^ doch in mehr allgemeinen Zügen). Dasselbe gilt für jenes der extremen) Linksparteien.