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Palästina · 1933-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1933) · p. Seite 195

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Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1933)
Article
Erleichterte Visa-Erteilung für kapitalbesitzende Juden aus Deutschland [Nachricht]
Date
1933-05-01
Page
Seite 195 (sequence 2)
Language
German
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1. wenn sie über ein flüssiges Kapital von wenigstens 1.000 Pfund (15.000 Mark) nachweisbar verfügen, 2. wenn sie sich verpflichten, innerhalb von drei Monaten Antrag auf Erteilung eines ordentlichen Visums der Kategorie AI gemäß den geltenden Einwanderungsbestimmungen in Palästina zu stellen, 3. wenn sie einen gültigen Paß besitzen, 4. wenn das Palästina-Amt oder eine andere entsprechende Stelle bestätigen kann, daß die Angaben der Antragsteller den Tatsachen entsprechen und es sich um ernsthafte Auswanderer handelt. Alle Anträge dieser Art werden daher zweckmäßig zunächst an des Palästina-Amt, Berlin W 15, Meineckestraße 10 (Tel. Bismarck 7165), geleitet. Der Oberkommissär erklärte sich bereit, 200 Visa der Kapitalistenklasse auf einmal zu erteilen. Der englische Außenminister erklärte außerdem im Parlament, daß die Gesuche von Mittelständlern mit 500 und 250 Pfund Kapital, sowie diejenigen von Verwandten der in Palästina ansässigen deutschen Juden mit größtem Wohlwollen behandelt werden sollen. Das Berliner Palästinaamt teilt mit, daß bei ihm viele Zehntausende von Anmeldungen vorliegen. 1.000 Zertifikate für deutsche Juden. Die Regierung hat der Jewish Agency 1.000 Zertifikate für Einwanderer aus Deutschland zur Verfügung gestellt, die von dem eben erteilten Schedulen (5.500) ist, in Abzug kommen. 5.500 Zertifikate für das Sommerhalbjahr. Die Regierung bewilligte 5.500 Zertifikate für die Zeit vom 1. April bis 1. Oktober, wovon 850 vorläufig noch zurückbehalten werden und 1.000 für weibliche Chaluzim gehören. Der Oberkommissär hat das Einwanderungsamt beauftragt, die Gesuche von Handwerkern und Gewerbetreibenden mit mindest 250 Pfund Kapital, weitgehendst zu berücksichtigen. Wie verlautet, hat die Executive der I. A. bestimmt: 1850 Zertifikate für Chaluzim, 800 für Mittelständler, 1000 für Verwandte von Palästinaeinwanderern. Die Exekutive hatte unter genauem Nachweis der Arbeitsplätze 12.750 Zertifikate angefordert. Infolgedessen hat die Bewilligung von nur 5.500 im Jischub größte Erregung ausgelöst. Die Regierung wies dem gegenüber auf die allgemeine Zunahme der „illegalen" Einwanderung hin (Touristen, die im Lande bleiben). In ganz Palästina fanden daraufhin Protestversammlungen statt, die es zurückwiesen, daß die Regierung quasi den schwer bedrängten deutschen Juden vorwerfe, daß sie in Palästina eine Zuflucht finden; das Land brauche auf jeden Fall derzeit einen großen Arbeiterzustrom. Nur Smilansky führt in „Boustnai" aus, daß die Parole „freie Einwanderung" nicht richtig sei. Die Möglichkeiten der Neuansiedlung seien beschränkt, er glaube nicht, daß eine weitere Ausdehnung der Orangenpflanzungen tunlicfa ist. Für gemischte Wirtschaft sei Kapital und Vorbereitung nötig. Uebrigens seien die Bodenpreise derzeit so Jioch, daß man solche Wirtschaften nur innerhalb bestehender Kolonien anlegen könaie. Was die Pflanzungsarbeiter betrifft, so zeige sich schon jetzt ein gewisser Mangel an Arbeit. Bis die Früjhjahrsanpflanzung vorüber sein werde, wird bis zum Herbst, wo die Pflücke beginnt, ein Vacuum entstehen.

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