Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1933)
- Article
- Budget 1932 [Nachricht]
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 185 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Bisher war das beste Finanzjahr der Regierung jenes von 1924/25 gewesen, zur Zeit der maximalsten jüdischen Einwanderung, damals betrug der Ueberschuß 40.000 Pfund, d. i. ein Zehntel dessen, war 1932 erzielt worden. Dazu kommt, daß in diesem Jahr die Einnahmen aus dem Zehent wegen der Nachlässe an die Fellachen gering sind, indes die Zölle die Haupteinjnahmen bilden, die vor allem den jüdischen Teil der Bevölkerung belasten. Die Frage der Kooperativen — Strickland in Palästina. Wir haben im Jahrgang 1931, Seite 211, ausführlich den Bericht des Sachverständigen für Kooperativen, Mr. C. F. Strickland, wiedergegeben. Vor kurzem (im März d. J.) war er wieder in Palästina, um den inzwischen eingesetzten Registrator des Genossenschaftswesens in Palästina, Mr. Lowick, einzuführen, der in Europa und Indien die Frage studiert hat und dem arabische und jüdische Beamte beigegeben worden sind. In einer Pressekonferenz äußerte sich Mr. Stricklajnd über das Kooperativw^esen in Palästina. Die Regierung wolle die Genossenschaftsbewegung stärken und ihr helfen. Die Kooperativen sollen für Kredit, Verkauf und andere Zwecke gegründet werden. Die jüdischen Kooperativen sind sehr gut fundiert, sie sind auch bereit, den arabischen mit Rat beizustehen. Es wird eine Verordnung erscheinen. Doch sei es nicht leicht, in dieser für die zwei verschiedenen Volksteile übereinstimmende Verfügungen zu treffen, Wenn die Juden den Arabern helfen werden, Kooperativen zu schaffen, so wird das heilsam für die Beziehungen beider Völker sein. Eis wäre auch gut, wenn die Judien die Kooperativen auf reine Genossenschaftszwecke beschränken würden. Eine Agrarbank zu gründen, will Strickland nicht vorschlagen, denn die Erfahrung habe gelehrt, daß eine solche für Großbesitzer von Vorteil ist, aber nicht für kleine Bauern. In der Debatte wollten arabische Redakteure das politische Gebiet berühren, was Strickland ablehnte. Von jüdischer Seite wurde er gefragt, ob auch die schon bestehenden und entwickelten Kooperationen von der Verordnung berührt werden würden. Strickland erwiderte, er hoffe, daß sein Gesetzentwurf beiden Bedürfnissen entsprechen werde, den jüdischen auf hoher Stufe stehenden Kooperativen und den neu1 zu gründenden arabischen. Auf die Frage, ob die Regierung ihre Kredite den Genossenschaften direkt oder durch eine Zentrale geben werde, sagte Strieklarid, die Regierung werde nur in solchen Fällen Kredite geben, wo es unmöglich sein wird, sie von Kommerzbanken oder Kreditgenossenschaften zu verlangen. Bei Bestand einer Genossensehaftszentrale wird es natürlich sein, sich ihrer Vermittlung bei Krediterteilung zu bedienen. Auf weitere Anfragen sagte er, daß natürlich für die Arbeit zur Erziehung zu kooperativem Zusammenschluß Mittel zugewendet werden würden, daß ferner die Regierung selbst nicht die Kooperativen gründen, sondern nur fördern werde. Mr. Strickland und Mr. Lowick hatten vorher die jüdischen Kooperativen untersucht. Beide versicherten bei der Schlußaussprache, daß das neue Gesetz auch für die Entwicklung der schon bestehenden Kooperativen Vorsorge treffen werde. In den Beirat wurde unter anderem auch A. Brodi nominiert. Mr. Lowick hat inzwischen schon in vielen arabischen Dörfern Versammlungen abgehalten und über die Vorteile der Genossenschaften gesprochen.