Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1933)
- Article
- Die Wasserversorgung [Nachricht]
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 131 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Jerusalem. Die Wasserversorgung. In einem Artikel des Bürgermeisters Naschasohibi in der Palästina-Nummer von „The Finanqial News" wird mitgeteilt, daß folgende Quellen gegenwärtig zur Wasserversorgung Jerusalems herangezogen werden: 1. Die Quelle, die Salomons Teiche speist, zirka 12 Kilometer von der Stadt; 2. Die Arrub-Quelle, 25 Kilometer entfernt; 3. Die Quelle Ain Farrah, 14 Kilometer entfernt. 4. Die Quelle Ain Fawar, 23 Kilometer entfernt; 5. Die Quelle Wadi el Kett, 25 Kilometer entfernt. Die Gesamtmenge gelieferten Wassers aus diesen Quellen per Jahr ist 130 Mill. Gallonen (zirka 60 Mill. Hektoliter), das ist pro Kopf zirka 5 Liter per Tag. Das zufließende Wasser wird in Reservoiren nahe der Stadt aufgespeichert, da jedoch die Quellen tiefer liegen, als die Reservoire, muß das Wasser hinaufgepumpt werden. Zu diesen Zuflüssen, die in sehr trockenen Jahren nicht genügen, wird in Kürze noch eine Leitung von Ras el Ain (Jarkon) herangezogen werden; 12.000 Kubikmeter täglich. (Siehe darüber Nr. 12, S. 429). Inzwischen ist in der Stadt wieder Wassermangel eingetreten. Es sind Sparmaßnahmen angeordnet worden. Tel-Aviv. Der Bürgermeister gegen die Mietzinssteigerungen. Vor seiner Abreise nach Europa erließ Bürgermeister Diezengoff ejinen Aufruf, in welchem er u. a. darauf hinwies, daß die Zunahme an Wohnräumen genügend, das Bauen in der Stadt billiger, die Rentabilität der Häuser sicherer als in anderen Städten des Landes sei und daher die jetzt einsetzende Mietzinssteigerung als rein spekulativ anzusehen wäre. Wenn die Hausherren nicht Vernunft annehmen werden, so müßte die Stadtverwaltung, wie dies in allen Ländern Europas nach dem Krieg geschehen ist, ein Mietengesetz erlassen. Die Steigerung der Mietpreise wird begünstigt durch den noch aus der türkischen Zeit stammenden Brauch, daß die Kontrakte jedes Jahr (zu Muharrem) erneuert werden. Die Mietervereinigung in Tel-Aviv verlangt die Abschaffung dieses Usus. Durch Verbesserung des Verkehrs mit den Vororten soll die Wohnnachfrage in den Zentren gemildert werden. Wir bemerken dazu, daß es nur ein Mittel gibt, die Mietsteigerungen zu bekämpfen, das ist der Erwerb großer Flächen durch die Stadtgemeinde oder den KKL. und ihre Vergebung im Erbbaurecht. Tel-Aviv-Entwicklungsgesellsdhaft (siehe darüber Nr. 10/11, 1932, S. 381). Diese erwarb 70 Dunam am Jarkon. Auf diesem Terrain werden ständige Messegebäude errichtet werden. Die Pläne stammen von Arch. R. Kaufmann. Bürgermeister Diezengoff hat sich nach Europa begeben, um dort eine Campagne für Anteilswerbung durchzuführen. Das Kapital der Gesellschaft besteht, wie schon mitgeteilt, in Anteilen von 5 und 10 Pfulnd, Kapital insgesamt 500.000 Pfund. Hievon werden jetzt 10.000 Pfund ausgegeben. Die Gesellschaft will gemeinsam mit dem KKL. 1.500 Dunam Boden für ein Industrieviertel kaufen. (Siehe Nr. 1/2, S. 28.) Einwohnerzahl. Nach Pressemeldungen soll diese im letzten halben Jahr von 46.000 auf 56.000 gestiegen sein. (Diese Schätzung erscheint uns zu hoch,