Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1933)
- Article
- Die Zitrusfragen auf dem Farmerkongress [Nachricht]
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 124 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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dauerlich, daß gegenwärtig eine gemeinsame Organisation von Juden und Arabern nicht möglich sei, sie sollte aber angestrebt werden. Doch sollten wenigstens alle jüdischen Pflanzer in die Organisation eintreten, sie liefern 60 Prozent der Ernte, welche Ziffer bald auf 70 Prozent steigen wird. Dies sollte im Wege von Kooperativen, die in jeder Kolonie gebildet werden müssen, geschehen. Diese würden sich zusammenschließen und einen Teil der Zitrusbörse bilden. Wegen der Zollpolitik wurde eine Resolution angenommen, daß Palästina von dem System der ^Offenen Tür" befreit werden soll, das die Führung einer geeigneten Handelspolitik verhindert (Palästina muß als Maridatsland allen Staaten gleiche Bedingungen gewähren — Die Red.). Namentlich müßte es möglich sein, einen speziellen Handelsvertrag mit England zu schließen. Bezüglich des Wassergesetzes wurde eine Resolution angenommen, nach der die Aufsicht der Regierung sich nur auf über der Erde fließendes Wasser und nicht auf zu erbohrendes beschränken soll, 'dessen Erschließung Sache der einzelnen Pflanzer sei. — Weitere Resolutionen befürworteten die Ingangsetzung der Farmerbank und opponierten gegen die Einführung einer Einkommensteuer. Einige jüngere Mitglieder der Tagung warfen die Frage der jüdischen Arbeit auf. Der Vorsitzende, M. Smilansky, erklärte, daß sich diesbezüglich die Lage fortwährend bessere und diese heikle Frage mit Vorsicht und Takt von beiden Seiten behandelt werden müsse. Die Landwirtebank. Auf dem Kongreß der Farmer wurde über den Plan dieser Gründung berichtet. Der Absatz von 3.000 Aktien zu 5 Pfund, d. s. 15.000 Pfund, ist gesichert. Dazu sollen die ökonomischen Körperschaften (Economic Board London, Pal. Econ. Cooperation, Pica) 85.000 Pfund zeichnen, so daß ein Aktienkapital von 100.000 Pfund vorhanden wäre. Man hofft, daß diese Körperschaften weitere 150.000 Pfund Kredit geben werden. Doch wird mit der Eröffnung der Tätigkeit darauf nicht gewartet, werden. Die Aufgaben der Orangen-Kooperativen. Wir haben wiederholt die Meinung der Pflanzer mitgeteilt, die auch auf ihrer jüngsten Tagung zum Ausdruck kam (siehe oben), daß Kooperativen für Verkauf von Orangen in jeder Kolonie gegründet werden sollen, so daß von ihnen mit der Zeit die ganze jüdische Produktion erfaßt werden könnte. Die Fachleute glauben, daß nur dadurch eine Beherrschung des Marktes möglich und preis drückende Formen des Anbots vermieden werden können. Die Kooperativen werden auch dafür sorgen, daß nur gute, wohlsortierte Früqhte zum Versand gelangen. Im Anschluß an 'die hierüber geführte Debatte auf der Farmertagung schreibt M. Eldad über diesen Gegenstand in „Boustn'ai" Nr. 44. Er betont insbesonders die letztgenannte Aufgabe. Es geht nicht an, daß die Genossenschaften bloß als Verkaufs Organisationen funktionieren und sich für die Ware erst nach ihrer Einschiffung interessieren und nicht darauf achten, da|ß die Güte der Ware aus verschiedenen Provenienzen eine gleiche sein muß* Auch in bezug auf die Fähigkeiten im Handel sind manche Kooperativen dem beruflichen Händlern unterlegen. Es bedürfe daher Aenderungen in dem bisherigen System. Wenn es nicht möglich sei eine einzige große Kooperative zu schaffen, welqhe die ganze jüdische Produktion vereinigt, die in Zukunft auf 70 Prozent der des ganzen Landes steigen wird, so daß sie der bestimmende Faktor am