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Palästina · 1933-03-01 · Heft 3-4 (März 1933) · p. Seite 122

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 3-4 (März 1933)
Article
Dürre [Nachricht]
Date
1933-03-01
Page
Seite 122 (sequence 1)
Language
German
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122 LANDWIRTSCHAFT UND KOLONISATION. Dürre. Die Regenlosigkeit des abgelaufenen Winters hat siqh als schwere Katastrophe ausgewirkt. Die Ernten bei den niqht künstlieh bewässerten, auf die natürliche Feuchtigkeit angewiesenen Produkte sind im ganzen Lande mißraten. Darunter leiden nicht nur die Fellachen, sondern auch zahlreiche jüdische Kolonien, die Ackerbau und gemischte Wirtschaft treiben. Von dem neuerlichen Darlehen der Regierung an die Fellachen, 36.000 Pfund, wurde schon berichtet. Risehon le Zion und die Weinindustrie. In „Mischar we Taassjah" Nr. 3 spricht M. Meyrowitsch, der Veteran von Rischon, über dieses Thema. Im Jahre 5662 war die Fläche der Weingärten 5.500 Dunam, die meisten Traubensorten waren zur Weinbereitung geeignet. Schon damals waren die Preise sehr schlechte und nach dem Krieg fiel Rußlanid als Käufer aus, ebenso Amerika wegen der Prohibition. Die Regierung tat niqhts zur Förderung des Absatzes, im Gegenteil, sie belastete den Wein mit einer Akzise von 1.2 Pfund für den Hektoliter von 27 Prozent Alkohol aufwärts und von 0.6 Pfund für schwächeren Wein. Dabei zahlen die Weinberge an Steuern ohnehin Oscher und Werko, und die Trauben extra 1.20 Pfund für den Kantar (zirka 300 kg). Auqh die Frachten nach Aegypten sind sehr hoch. Infolgedessen fielen die Preise für Trauben auf 1.20 Pfund den Kantar, ein Preis, bei dem die Kosten nicht gedeckt werden. Um die Situation zu bessern, müßte die Regierung die Weinberge vov Zehent befreien und die Akzise für die in Palästina verkauften Weine aufheben. Auf jeden Fall dürfte die Belastung aus der Akzise 0.300 Pfund per Kantar niejit überschreiten. Die Regierung könnte ferner viel für den Export tun, insbesondere auf den zwei wichtigsten Märkten: Aegypten und England. Der Import Aegyptens betrug 1931: 106.000 Hektoliter Wein, davon aus Palästina nur 4 Prozent, dagegen aus Cypern 50 Prozent. Allerdings liefert Cypern Rosinen-Weinsorten, niojat solche, die aus frischen Trauben gezogen werden. Aegypten verkauft aber nach Palästina Waren um 200.000 Pfund, daher müßte die Regierung Palästinas jene von Aegypten dazu bewegen, daß sie eine Aufklärungsarbeit über die Vorzüge des Palästinaweins unternehme. Die ägyptische Regierung hat bekanntlich im Gegenteil durch Zollerhöhungen den großen Export Palästinas dahin an Waschseife, Wassermelonen und Orangen unterbunden. Was JEngland betrifft, so sind dort die neuen Preferencezölle ein großes Hindernis. England hat einen riesigen Import an Wein, Trauben und Rosinen. Auch hier müßte die Regierung Anstrengungen machen. Die Gefahr einer neuen Verminderung der Traubenzucht ist vorhanden. Im Jahre* 1900 gab es in Palästina in den jüdischen Kolonien 27.883 Dunam Weintrauben und heute, nach so viel Neukolonisation gibt es nur mehr 13.575 Dunam (davon Siqhron zirka 5.000, Rischon 3.300, Reehowoth 2.100, Chedera 1.800). Zur Verbesserung der Lage wäre, wie bereits ausgeführt, eine Herabsetzung der Akzise und Abschaffung der Steuern, ein Zollübereinkommen mit Aegypten und eine Einbeziehung Palästinas in die englischen Vorzugszölle nötig. Das Landwirtschaftsdepartment müßte sich, wie früher, mit den Fragen der Zucht und des Absatzes der Tafeltrauben! und jder Rosinen befassen. Die Re-

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