Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1933)
- Article
- Die Frage der Einkommensteuer [Nachricht]
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 117 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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die Einnahmen der Steuer bei den gegenwärtigen Verhältnissen zwei und dreimal so hoch sein werden, als obige Schätzung. Man zweifelt aber, ob die Regierung die neuen Einnahmen für das Wohl des Landes verwenden wird und verweist auf die angehäuften und ungenützten Ueberschüsse der Regierungskas* sen. Hierüber könnte gerade bei dem Kampf um die Steuer gesprochen werden, aber dieser Uebersqhuß sollte für wichtigere Aufgaben dienen: Die Eröffnung neuer jüdischer und arabischer Schulen, die Verbesserung der Lage der Fellachen u. a. m. Jedesfalls sollte aber die Arbeiterpartei nicht vergessen, daß die Einkommensteuer mehr ist als eine ökonomische Angelegenheit, sie ist eine wichtige sozialwirtschaftliche Institution. Ansiedlung von Arabern. Die Regierung hat nach Mitteilungen arabischer Blätter in Tel-Schuk 4.000 Dunam Boden zur Ansiedlung landloser Araber gekauft. JEWISH AGENCY. Die Jewish Agency gegen den French-Bericht. Die Jewish Agency hat der Regierung Palästinas auf deren Ersuchen hin eine Erklärung übergeben, in der der Bericfit des früheren Palästina-Entwicklungsdirektors Lewis French über die Grundlagen und Bedingungen der Landwirtschaft in Palästina in allen seinen Teilen einer eingehenden Analyse und Kritik unterzogen und seine Konklusionen widerlegt werden. Das Dokument besteht aus einem Mantelscjhreiben im Umfang von 30 Seiten und einem Memorandum im Umfang von 66 Seiten. Darin werden die offiziell mitgeteilten Resultate der Untersuchung betreffend die angebliche Depossedierung von Arabern als Folge des jüdischen Landerwerbs zitiert und, gestützt auf diese Resultate, erklärt, daß die Legende vom „landlosen Araber" endgültig zerplatzt sei. In dem Memorandum wird eine Reihe von Tatsachen und Ziffern aufgeführt, die dartun, daß das jüdische Kolonisationswerk den Fellachen im allgemeinen großen Nutzen gebracht hat und daß gerade in der Küsteniebene, in deren Bereich Lewis French eine gesetzliche Beschränkung des Bodenverkaufs an Juden empfahl, sich die Landwirtschaft der Fellachen Seite an Seite mit der jüdischen Landwirtschaft emporentwickelt hat. In dem Memorandum der Jewish Agency wird ein Vergleich der wirtschaftlichen Lage der arabischen Dörfer vor Beginn des Bodenerwerbs durch Juden mit dler Lage von heute angestellt und nachgewiesen, daß die allgemeine Emporentwicklung der arabischen Landwirtschaft in einem ursächlichen Zusammenhang mit der Entwicklung der jüdischen Kolonisation steht. Am Schluß des Memorandums wird erklärt: Die Vorschläge des Herrn Lewis French, im Wege der Gesetzgebung den Kauf von Boden durch Juden einzu schränken, sind null und nichtig, da die Basis, auf der diese Vorschläge ruhen, nämlich die These vom „landlosen Araber", sich als nichtig erwiesen hat. Das Memorandum der Jewish Agency gründet sich auf die Arbeit einer von ihr eingesetzten Sachverständigenkommission, die sich aus Dr. Arthur Ruppin, Granowsky, Wilkansky, Smilansky und dem Geschäftsführer der Palestine Jewish Colonisation Association (Pica), Victor Cohn, zusammengesetzt hat. WJe bekannt, ist Lewis French vor einigen Monaten zurückgetreten. Da der Oberkommissär sich den arabischen Führern gegenüber dafür ausgesprochen hat, daß die Regierung Bodenverkaufsverbote nicht erlassen kann