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Palästina · 1933-03-01 · Heft 3-4 (März 1933) · p. Seite 115

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Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 3-4 (März 1933)
Article
Der Kolonienminister über Palästina [Nachricht]
Date
1933-03-01
Page
Seite 115 (sequence 1)
Language
German
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Der Kolonienminister über Palästina. Eine hochbedeutsame Kundgebung für das jüdische Palästinawerk stellt eine Rede des Kolonienministers Sir Philipp Cunliffe - Lister auf einem Meeting des Anglo Palestine Club am 8. März dar. Er sprach skeptisch über Weißbücher, rühmte das Wirken des Oberkommissärs und die Taten des Aufbaues, den er vorbildlich für die ganze Welt nannte. Besonders betonte er, daß alle wirtschaftlichen Zweige gleichmäßig gepflegt werden und prosperieren. England werde seine Verpflichtung? als Treuhänder in fairer Weise erfüllen. Verschiedene Nachrichten. Die Kommunistische internationale Pressekorrespondenz veröffentlichte in Nr. 1, 1933, eine Resolution, betreffend die arabische Bewegung, in welcher der Zionismus als Helfer des englischen Imperialismus beim Raub des Landes bezeichnet wird. Die Massakres werden gebilligt und eine revolutionäre Haltung der arabischen Massen gefordert, die vor allem ihre nationale Unabhängigkeit erzwingen müßten. Der frühere Polizeioffizier Duff, der viele Jahre in Palästina Dienst gemacht hat, veröffentlichte einen Artikel in der „Quartery Review", in dem er ein vernichtendes Urteil über die palästinensischen Araber fällt und sie ein „wüstes levantinisch.es Rassengemisch" nennt. Die Vorwürfe, die Juden hätten die Araber vom Lande verdrängt, seien völlig unhaltbar, sie hätten vielmehr auf verwilderten Böden blühende Kolonien errichtet. England .^olle das Mandat aufgeben, Haifa und Distrikt zur Kolonie Phönizien machen, in Palästina selbst zwei jüdische Kantone schaffen; die Küstenebene und einen fünf Meilen breiten Streifen längs der Jordanebene. In einer Pflanzung des KKL. nahe Nahalal wurden etwa 1.000 junge Bäume ausgerissen. Die Polizei verhaftete 13 der Frevler. In Pardess Chana fand eine Friedensfeier zwischen jüdischen Kolonisten und benachbarten Beduinen statt, an der über 1.000 Personen teilnahmen. In Amajnn wurde ein moslemischer Advokat überfallen und ermordet. Die Täter wurden nicht entdeckt. OEFFENTLICHE VERWALTUNG. Das Gemeindegesetz. Wir haben über den Entwurf des Municipalitätengesetzes schon wiederholt berichtet (siehe Nr. 1/2, S. 41). Der Stadtrat von Tel-Aviv sprach sich gegen das darin stipulierte Vorrecht der Regierung aus, Beamte abzusetzen. Das Frauenstimmrecht soll entgegen den Wünschen der Mohammedaner gewahrt sein. Im Gesetzentwurf ist vorgesehen, daß jeder Steuerzahler, auch wenn er nicht palästinensischer Staatsbürger ist, das aktive Wahlrecht haben soll, das passive wird a'n die Staatsbürgerschaft geknüpft. Der Stadtrat ist gegen diese Einschränkung. Es wird abzuwarten sein, ob und wie die Regierung den Entwurf ändern wird. „Mischar we Tassijah", Nr. 3, befassen sich eingehend mit dem Entwurf. Gegenwärtig sei die kleine Zahl der Wahlberechtigten geradezu grotesk. Es gibt deren in folgenden Städten (Einwohnerzahl in Klammer): Jerusalem (90.000): 3.900, Jaffa (50.000): 2.766, Haifa (50.000) :4.728, Sichern (15.000): 928. Dazu kommt die Benachteiligung der Juden, die z. B. in Jerusalem 60 Prozent der Einwohner ausmachen und nur ein Drittel der Wähler stellen. Inzwischen hat die JA. zum Entwurf Stellung genommen. Sie verlangt für Jerusalem und Haifa die Bildung autonomer jüdischer Verwaltungseinheiten

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