Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1933)
- Article
- Der Oberkommissär über die Forderungen der Araber [Nachricht]
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 114 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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werden. Wird die Nachfrage geringer, so müßten weniger Arbeiter einwandern." Wie aus arabischen Blättern hervorgeht, drohte Auni Bey mit der Möglichkeit neuer Unruhen. Non-Cooperation der Araber. Infolge der ablehnenden Antwort des Oberkommissärs, beschloß die arabische Exekutive die Parole der Non-Cooperation auszugeben; die arabische Presse legt dies so aus, daß die Zahlung der Steuern verweigert, ein Boykott verhängt werden soll über englische Waren, gesellschaftliche Veranstaltungen der Regierung und Moslems, die Juden Boden verkaufen. Für den 26. März ist eine arabische Konferenz einberufen. Wie die arabischen Blätter berichten, wird kein großer Erfolg von der Boykottparole erwartet. Der gesetzgebende Rat. Michael Assaf hat in seinem, in Nr. 1/12 veröffentlichten Artikel mitgeteilt, daß die arabische Politik jetzt auf Teilnahme an dem gesetzgebenden Rat gerichtet ist. Das Blatt „Mokkatam" (Kairo) bestätigt dies und will wissen, daß der künftige Rat aus 16 Moslem, 8 Juden und 6 Christen bestehen wird. Ob der neue Boykottbeschluß die Araber wieder von der Teilnahme an einen solchen Rat abhalten wird, steht dahin. Ueberfall in Wadi Chawereth. Neuerdings drangen Beduinen in Wadi Chawereth ein und besetzten den Teil, der den Legionären zugeteilt worden ist. Im Verlaufe des Kampfes wurde ein Legionär getötet und zwei andere verletzt. Die Frage der Bodenpacht in Tranjordanien. Diese Angelegenheit hat inzwischen große Kreise gezogen. Die Proteste und Drohungen der arabischen Presse Palästinas gegen den Emir waren so heftig geworden, daß dieser Mitte Februar die Verbreitung zweier dieser Blätter in seinem Lande verbot. Diese hatten darauf hingewiesen, daß das Parlament von Transjordanien 1931 dem Emir 62.000 Dunam Boden im Jordantal übergeben und ihm zur Entwicklung desselben 3.000 pal. Pfund bewilligt hätte. Diesen Boden wollte der Emir an Juden verpachten. Dieser selbst erklärte wiederholt, er beabsichtige nicht, irgendeinen Teil des Bodens an Juden „abzugeben". Die Mehrzahl der transjordanischen Scheichs hat an den Emir eine Resolution gerichtet, in der vollkommene Freiheit im Verkauf von Boden an nichttransjordanische Staatsbürger verlangt wird. In einer Versammlung von 21 Scheichs in Amann wurde mitgeteilt, daß 70 Prozent des Viehstandes zugrunde gingen, weil die Fellachen kein Geld haben, Futter zu kaufen. Auch die Lage der Beduinen sei eine trostlose. Angesichts der Drohungen der palästinensischen Presse soll die Regierung den Emir aufgefordert haben, die Angelegenheit zu verschieben. Die palästinensische Regierung verlautbarte, daß sie nicht beabsichtige, in der Angelegenheit eine Erklärung abzugeben. In Tnansjordanien sitze ein eigener englischer Bevollmächtigter. Die Jewish Agency hat bisher über die ganze Angelegenheit nichts verlautbart. Manche Blätter melden, daß Ibn Saud die Kampagne der palästinensischen Araber unterstützt, weil er fürchte, sein Gegner Abdallah werde zu mächtig werden, wenn durch jüdische Hilfe Trans Jordanien erstarke.