Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1933)
- Article
- Aaron Aaronsohn zum Gedächtnis
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 109 (sequence 2)
- Language
- German
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Gründung einer landwirtschaftlichen Versuchsstation in Athlit unter seiner Leitung zu bewegen, in der er eine große Tätigkeit entfaltete. Im Kriege sah er mit Unmut und Verzweiflung die Qualen und Leiden, die Djemal Pascha den Juden Palästinas zufügte — er selbst entrann mit knapper Not dem Galgen — und beschloß, sein Leben der Befreiung Palästinas zu widmen. Unter Lebensgefahr brachte er die Verbindung mit England zustande. Leider wurden seine Schwester und ein Vetter von ihm von den Türken zu Tode gefoltert, auch andere Helfer und Freunde fanden im Verfolge dieser Aktionen den Tod. Allenby wurde von Aaronsohn beraten und dieser hat ein großes Verdienst an der Befreiung Palästinas. Er erlangte eine große Vertrauensstellung in England, wo er auch für die bedrückten Armenier eintrat. Es ist ein unersetzlicher Verlust für das jüdische Palästina, daß Aaronsohn mit 43 Jahren den Tod bei einem Flugzeugabsturz fand. Das erste Buch der Arbeiten Aaronsohns ist unter dem Titel „Florula Transiordanica" erschienen, vom Botaniker der Hebräischen Universität, Dr. H. R. Oppenheimer, herausgegeben. Es enthält eine Vorrede von R. Chodat, bibliographische Notizen, ferner die Tagebücher des Forschers, von seinen Reisen. Das eigentliche Werk über die Flora Trans Jordaniens ist von Dr. Oppenheimer fortgeführt und zum Abschluß gebracht worden. Nicht weniger als 656 Arten von Pflanzen sind in diesem Werk beschrieben. Das Buch bezeugt, welch staunenswerte Arbeitsleistung Aaronsohn auf diesem Spezialgebiet geleistet hat. Die Familie wird weitere Bände seiner Forschungen veröffentlichen und damit sein Lebenswerk der Wissenschaft erhalten. a. b. Rundschau WIRTSCHAFT. Von Spectator, Jerusalem. Palästina, das neue Land der Prosperity, ist unter dieser Bezeichnung in den letzten Monaten weit über seine Grenzen hinlaus als Wirtschaftswunder bekannt und gepriesen worden, so daß sich hier eiine Beschreibung der allgemeinen Züge des Aufschwunges erübrigt. Die Tatsache einer solchen Sonderstellung inmitten der nach wie vor unter schweren politischen und wirtschaftlichen Erschütterungen seufzenden Welt verlangt aber doch, sich mit den wichtigeren Symptomen und Tendenzen der Wirtschaftslage in Palästina auch im Rahmen dieser Uebersicht zu beschäftigen. Die Welle der Hochkonjunktur, wenn wir dieses Wort für eine so singulare, auf ein Land begrenzte Erscheinung gebrauchen dürfen, hält nun bereits seit zwei Jahren an. Ihre sichtbarsten Kennzeichen sinkl die Einwanderungsziffern, die Statistik des Arbeitsmarktes und die Baubewegung. Daß die Einwanderung andauert, ja, daß sie in den letzten Moniateo* kräftig angestiegen ist und sich im Umfang sogar der großen Immigration der Jahre 1925/26 zu nähern scheint, hat gute Gründe. Wachsender politischer und sozialer Druck in den wichtigsten Ländern jüdischer Massensiedlung, der sich mitunter bis;