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Palästina · 1933-03-01 · Heft 3-4 (März 1933) · p. Seite 97

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 3-4 (März 1933)
Article
Bewässerungsfragen
Date
1933-03-01
Page
Seite 97 (sequence 2)
Language
German
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rigen Preisen für Agrarprodukte, eine Ernte, die mit Bewässerung erzielt wird, zu den sonstigen Kosten der Kultur noch die Zinsen und Abschreibungen auf das Kapital für Bewässerung zu tragen 'hat, die unverändert bleiben, wie noch oder tief auch der Wert der durch sie erzielten Ernte sein mag. Der wirtschaftliche Aspekt der bewässerten Kulturen in Palästina muß jedoch weitgehend beeinflußt werden durch die Notwendigkeit, den Bedürfnissen einer rasch wachsenden Bevölkerung zu genügen. Das Land, so scheint es, muß geeignet gemacht werden, mehr Menschen aufzunehmen, und es ist kaum ein Zweifel, daß eines der hauptsächlichsten Mittel dazu die bewässerten Kulturen sind. Wenn es daher möglich wäre, ein Kapital aufzuwenden, dessen Nutzen nicht bloß in Geld ausgedrückt werden müßte, so könnten die Zwecke für Bewässerungspläne weiter gespannt werden, als es bloß nach dem unmittelbaren Nutzen möglich wäre. Die Verwertung von Quellen. Die wirtschaftliche Nutzung der Bewässerung Palästinas muß durch Intensivierung der Landwirtschaft erfolgen. Viel von dem Wasser, wejohes heute ungenützt abfließt, könnte verwendet werden. Die meisten der großen Quellen im Jordantal bilden heute ein interessantes Bild der Verwendung von Wasser, bei der jedwedes Prinzip wirtschaftlicher Verwertung durch Abwesenheit glänzt, und wo mehr Nutzen als irgendwo sonst in Palästina bloß durch Abstellung der Mißbräuche erzielt werden könnte. In diesem Zusammenhang verdient ein solcher gelungener Versuch in einem Distrikt Erwähnung. Die betreffende Quelle liefert gleichmäßig zirka 550 Kubikmeter per Stunde- Vorher fast ganz für gelegentliche Getreidekulturen verwendet, wird es jetzt in steigendem Maße für Bananenzucht benützt. Eine kleine, aber rührige Gruppe von Kapitalisten hat jetzt in Verbindung mit den beduinisehen Eigentümern im Bett des früheren Erdkanals einen undurchlässigen Kanal gebaut. Früher verlor das Wasser auf dem 4 Kilometer langen Weg die Hälfte durch Versickern. Das Wasser wird jetzt für Boden verwendet, der seit Jahrhunderten für unkultivierbar galt oder einmal in 5 bis 6 Jahren eine magere Getreideernte gab. Die Einnahmen aus der Wassernutzung werden in einer einzigen Saison ein Mehrfaches der gesamten Aüfwendungeu ergeben. Ein besseres Beispiel könnte für ein Bewässerungsprojekt kaum gegeben werden, und im ganzen Jordantal ist nicht eine Süßwasserquelle, bei der nicht eine ähnliche Behandlung sich bezahlt machen würde. Kaum eine von diesen Quellen gibt es, die nicht zu Zeiten der Römer und der Kreuzfahrer so behandelt worden wäre. Der jetzt angelegte Kanal folgt zum Teil einem von den Kreuzfahrern gemauerten, der selbst noch auf einer Strecke von 20 Kilometer benützt werden kann. Die großen Aufgaben, welche der Bau von undurchlässigen Kanälen verursacht, machen sich nicht bezahlt, wenn das Wasser für gewöhnliche Feldernten benützt wird. Solche Aufwendungen sind aber eine gebieterische Notwendigkeit für die Nutzung zahlreicher größerer oder kleinerer Quellen, die über das Land zerstreut sind. Es ist keine Uebertreibung, zu sagen, daß dank der Durchlässigkeit des Bodens 30 bis 50 Prozent der Quellwasser Palästinas gegenwärtig nicht produktiv sind. Große Kapitalaufwendungen für Bewässerung müssen zusammenwirken mit intensiver Kultur, die selbst wieder Kapitalaufwendungen erfordert, die sich gewöhnlich nicht sofort bezahlt machen.

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