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Palästina · 1933-03-01 · Heft 3-4 (März 1933) · p. Seite 84

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 3-4 (März 1933)
Article
Streiks und Aussperrungen in Palästina im Jahre 1931/32
Date
1933-03-01
Page
Seite 84 (sequence 2)
Language
German
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angeblich eine erschreckende Häufigkeit erreicht und das Schicksal der jungen palästinensischen Industrie und Landwirtschaft bedroht haben sollen. Dabei hat man oft mit statistischen Zahlen nicht die gewünschte Vorsicht walten lassen. Es besteht somit das Bedürfnis, die Entwicklung der Arbeitskonflikte in der jüdischen Wirtschaft Palästinas, ihre Ursachen und Folgen im Lichte des offiziellen statistischen Materials, das bisher veröffentlicht wurde, zu untersuchen und einer Analyse zu unterziehen, um die Tatsachen festzustellen und aus ihnen Folgerungen zu ziehen. Das betreffende Material ist in dem Statistical Abstract des Keren Hajessod vom Jahre 1929, in drei Heften der „Sikumim" und in den Berichten des Exekutivkomitees der Arbeiterorganisation zu finden.*) Wir haben detaillierte Zahlen für den Zeitraum der letzten zwölf Jahre d. h. seit der Gründung der Allgemeinen Arbeiterorganisafion zur Verfügung. Eine genaue Aufzählung nach Jahren wird in der folgenden Tabelle gegeben. Die Tabelle ist auf drei Kategorien verteilt: Zunächst die Jahre 1921 bis 1927. In diesen Jahren wurde in der Statistik der Unterschied zwischen einem Streik und einer Aussperrung nicht berücksichtigt und die Zahlen beziehen sich auf Fälle der Arbeitseinstellung, die unter beide Kategorien fallen; b) Streiks in den Jahren 1928 bis 1932; c) Aussperrungen in diesem Zeitraum. a) Streiks und Aussperrungen 1921—1927, Jahr Zahl der Ar¬ Zahl der betrof¬ Arbeitsverlust beitskonflikte fenen Arbeiter in Tagen 1921 9 233 3.775 1922 9 200 2.017 1923 21 576 6.705 1924 46 1.585 24.665 1925 61 2.638 33.302 1926 21 382 8.863 1927 20 562 13.469 Die große Anzahl der verlorenen Arbeitstage in den Jahren 1924, 1925 und 1927 wurde in jedem dieser Jahre durch, besondere Faktoren verursacht, die für die normale Entwicklung der Arbeitskonflikte im Lande nicht charakteristisch sind und besonders betrachtet werden sollen. Das Jahr 1924 war das erstem in dem der Stadtarbeiter seinen Kampf um das Organisationsrecht, um den achtstündigen Arbeitstag, um eine regelmäßige und geordnete Arbeitsverteilung, um ein Lonnminimum, begonnen hat. Die Tätigkeit, die die Eroberung eines Minimums menschenwürdiger Arbeitsbedingungen bezweckte, hat sich hauptsächlich auf das Baugewerbe konzentriert, hat aber auch einen direkten Einfluß auf die ersten ernsten Anfänge des Aufbaues einer jüdischen Industrie ausgeübt. Diese Tätigkeit war grundlegend für eine Reihe von sozialen und wirtschaftlichen Normen in der Arbeit und den Arbeitsverhältnissen, von denen einige (der achtstündige Arbeitstag, die Anerkennung des Organisations- *) Die palästinensische Regierung veröffentlicht ebenfalls statistische Zahlen über Arbeitskonflikte, aber diese Zahlen sind viel kleiner, da wie es scheint, nicht alle Arbeitskonflikte von ihr registriert werden.

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