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Palästina · 1933-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1933) · p. Seite 71

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1933)
Article
[Rezension] / f. m.
Date
1933-01-01
Page
Seite 71 (sequence 2)
Language
German
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daß man von radikal jüdischer Seite „alles wa,s in Deutschland bisher in Ehren gestanden hatte", unterhöhlt,, die deutsche Vergangenheit, die deutschen Ehr-, Sitten- und Familienbegriffe verächtlich macht usf. (Seite 13). O. identifiziert die Juden mit „linksradikal" u,nd so wiederholt dieser Anti-Antisemit die ärgsten Angriffe der Antisemiten auf die Juiden. Wenn man davoni abschen könnte, unid kein aufrechter Jude kann das tun, so müßte man dem Hauptinhalt der „Gerechtigkeit" die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß diese Broschüre sonst sehr tapfer gegen antisemitische Vorurteile kämpft. Der Autor erinnert an die Leistungen deutscher Ju'den in Krieg und Frieden, wehrt sich gegen die Ablehnung des Alte!n Testaments durch antisemitische: Theoretiker, erinnert gegen die, welche den Juiden die Zerstörung der Reli>- gion vorwerfen, daß sich unter den Encyclopädisten kein Julde befand, viel}* mehr die Juden zu; deren Zeit noch tief religiös warenj, brandmarkt die „unsittliche und volkszersetzende" Kampfesweise der Antisemiten, zieht gegen die Rassentheorie zu Felde. Er miejirit, man solle die Sünden «einer kleinen,1 Anzahl von Juden nicht an allen rächen, sondejrn lieber die Ju'den an das? Deutschtum heranziehen. All das ist gut und kräftig gesagt, wenn auch die Art der Problemstellung sehr einseitig (etwa nach dem Aspekt des nationalr deutschen Judentums) gerichtet ist und die Verteidigung nirgends in die; Tiefe geht. ¥. m. Ein Sünder fährt ins Heilige Land, von Ernst v. d. Decken, Verlag Carl Reisner, Dresden, 1932, S. 198. — Frisch und lebendig, ein ganz moderner Mensch, so präsentiert sich dieser „Sünder" dem Leser. Mit offenem Herzert und offenen Augen durchwanderte er Palästina, gibt ungeschminkt, anspruchs-» los und ohne Pathos, aber sehr humorvoll, seine Erlebnisse wieder. Das Wort Erlebnis meint hier nicht, daß ihm Seltenes begegnet wäre, sondern daß er auch das nebensächlichste Detail ursprünglich erlebt und wiedergibt. Kein Wunder, daß ihm die jüdische Generation in Palästina ungemein imponierte und er sein Herz bei ihr gelassen hat. „Er memnt die jungen Juiden Palästinas „Sonnenmenschen". — „Man glaubt daran, daß hier, wenn auch unter unsäglichen Mühen, Neuland aufblühen wird, die Sonnenmenschen im Wachsen sind." — Man freut sich, in dem Autor keinen Normal-Journalisten, sondern einen warmen, naiven Menschen mit offenen Augen und köstlichem Humor kennen gelernt zu haben. Nichts charakterisiert ihn besser, als der wiederholte Satz „Politik ist Hochmut". Das Büchlein gibt natürlich nur eine flotte Reisebeschreibung, aber die scharfen Augen des Autors sehen die Probleme und er charakterisiert sie oft mit wenigen Worten so nebenbei ganz treffend. Z. B.: „Wer wird am hochmütigsten sein? Noch haben die Engländer das Privileg. Sie leisten den Arabern Vorschub, beeinträchtigen das Wachsen der „Sonnenmenschen"." a. b. Klasse und Nation, von Ber Borocliow. Herausgegeben von „Hechaluz", Berlin, 1932, S. 103. — Von dem leider so früh verstorbenen, hervorragendem Theoretiker und Führer der Poale Zion, Ber Borochow, der auch als jiddischer Philologe sich betätigt hat und nach dem bekanntlich das Viertel Schchunath Borochow bei Tel-Aviv benannt ist (siehe darüber Jahrgang 1931, Nr. l/2), gab es bisher nur wenige Uebersetzungen seiner Schriften. Es ist außerordentjlich begrüßenswert, daß endlich eine Anzalil seiner Artikel in deutscher

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