Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1933)
- Article
- Das nichtjüdische Schulwesen in Palästina
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 3)
- Language
- German
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30.526. Da die Moslem unter den Arabern 88 Prozent ausmachen, so ergibt die Berechnung der moslemischen Jugend im schulpflichtigen Alter, 15 Prozent von 760.000 Köpfen (1931), d. s. eine Zahl von 114.000 Köpfen, so daß bei den moslemischen Arabern bloß 27 Prozent dieser Altersklasse Schulunterricht erhielten. Das ist nicht viel mehr als ein Viertel. Noch ungünstiger wird das Bild, wenn man bloß die mohammedanische Landbevölkerung betrachtet. Von den 760.000 Mohammedanern (1930/31) lebten rund 550.000 auf dem Lande. 15 Prozent davon sind 82.500 Köpfe. In die Regierungsschulen am Lande gingen davon 8.938. Dazu käme noch der Teil moslemischer Schüler, die private Schulen besuchen. Dies ist aus der Regien rungsstatistik nicht zu entnehmen. Aber selbst wenn man von der ganzen Zahl (9.279) zwei Drittel für das Land annimmt, so kommt man, zusammengenommen, erst auf 15.000 Schüler, das sind 18 Prozent, also nicht einmal ein Fünftel der schulpflichtigen Dorfkinder. Das stimmt auch mit den Annahmen von Simpson. Leider hatte bei der Regierung dessen Vorschlag, das Erziehung^ budget von Jahr zu Jahr um 15.000 Pfund zu erhöhen, bisher keine Berücksichtigung gefunden. Erst für das laufenfde Schuljahr sind 12.000 Pfund mehr eingestellt worden. Man fragt sich angesichts des Heb er Schusses der Verwaltung, der beinahe 1 Million Pfund beträgt, indes das gantoe Erziehungs budget für 1931/32 159.000 Pfund ausmacht, vergebens, warum die Regierung das Schulnetz am Lande nicht rascher ausbaut und ebenso, warum die jüdischen Schulen mit ihren 34.000 Schülern sich noch immer mit einer Subvention von bloß 20.000 Pfund begnügen müssen. Das vorgesehene Erziehungsbudget der Regierung macht für 1931/32 zirka 7 Prozent des Voranschlages aus, indeß europäische agrarische Länder mit gegenüber Westeuropa niedriger Volksbildung, wie z. B. Rumänien 12 Prozent, Polen 16 Prozent, des Budgets für Schulzwecke ausgeben. Rundschau ARBEITERBEWEGUNG. Von Dr. Arie Tairtakower, Lodz. I. Die Konferenz der Arbeiterpartei Palästinas. Die zwei bedeutendsten Ereignisse im Leben der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas, von denen das eine, die Konferenz der Arbeiterpartei Palästinas bereits hinter uns liegt, indeß die vierte Landeskonferenz des palästinensischen Gewerkschaftsverbandes, der „Histadruth" in den allernächsten Tagen zusammentreten soll, stehen in einem überaus engen gegenseitigen Zusammenhang. Dieser ergibt sieh nicht bloß aus der äußerlichen Tatsache, daß es zu einem überwiegenden Teil dieselben Menschen sind, die für die Politik sowohl der Partei, wie auch der Histadruth die Verantwortung tragen, sondern auch daraus, daß die Fragen des Gewerkschaftslebens einen bedeutenden, in mancher Beziehung den zentralen Platz in den Beratungen der Parteikonferenz behaupteten, während anderseits es keinem Zweifel unterliegt, daß sich