Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1932)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 440 (sequence 2)
- Language
- German
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schaft beweisen, denn diese hat, nach der Meiln!uii|g der meisten Völkerrechtler, noch völkerrechtliche Handlungsfähigkeit zur Voraussetzung. (Zu diskutieren wäre allerdings die Frage, ob gewisse A-Mandate, analog den sich selbst verwaltenden Kolonien, die im Völkerbundpakt aufgeführt sind, auch als Völker»- rechtssubjekte anzusprechen sind.) Die zweite Frage, mit der sich Pelichet auseinandersetzt, ist die der Souveränität, Es ist klar, daß die Definition, die man diesem umstrittenen Begriff zugrunde legt, die Lösung des Souveränitätsproblems für das Mandat bestimmt. Pelichet gelangt auf Grund seiner Definition zu Ergebnissen, welche jenen nahekommen, die Stoya'novsky in seinem Buch über das völkerrechtliche Mandat formuliert hat: Die Souveränität stehe der Manldatsbevölkerung zu. Auch darüber ließe sich streiten — doch ist das in der reichhaltigen Literatur über das Mandat bereits ausgiebig geschehen. Dr. M. Spiegel, Graz. Streifzüge in Palästina, von R e n n i e Smith, B. S. Enthalten in „Interparlamentarisches Bulletin", 12. Jahrgang, Nr. 9. — Der Verfasser, früherer parlamentarischer Sekretär des englischen Außenlamtes der Labour-Regierung, hat mit klarem Blick die Verhältnisse in Palästina geschaut. Er fanid in seinen Gesprächen mit den arabischen Führern nä)cht einen einzigen, der nicht gegen Mandat und Nationalheim sich sehr ablehnend geäußert hätte. Um so bemerkenswerter ist sein Ürteil über die Bedeutujng des jüdischen Aufbauwerkes auch für die Araber. Er weist darauf hin, daß der arabische Nationalismus in Syrien, Irak, Trans jordanien, Hedjas — spärlich bevölkerten Ländern — eine breite Basis hat, so daß der auf Palästina beschränkte jüdische Nationalismus von ihm geduldet werden kann. In dem jüdischen Nationalheim in Palästina muß man für die Zukunift „ein Zen^um aller derjenigen Kräfte sehen, die sich einst für die wirtschaftliche Umgestaltung des gantzen nahen Orients von unschätzbarem Werte erweisen werden. Ohne eine solche Neu* Ordnung des Wirtschaftslebens ist die politische Selbständigkeit der Araber dazu verdammt, stets nur eine Mischung von Siechtum, Armut und Enttäu> schung zu bleiben. — Mächtige Einflüsse gehen von dem hygienischen, kulturellen und wirtschaftlichen Organisationen der Jmden aus, um das Lebensniveau und die Gesundheitsverhältnisse der arabischen Kinder und Eltern zu bessern." Der Autor plädiert auf ein freundnachbarliches Zusammenleben. Bezüglich der Mandatarmacht hofft er, daß sie aus ihrer Passivität herausgehen und „aktiv ihre Verpflichtung erfüllen wird". Das Zeugnis eines unparteiischen, positiv christlich eingestellten Engländers ist äußerst beachtenswert, weil es die von zionistischer Seite immer wiederholten Argumente bestätigt. Die Uebersetzung ist scheinbar nicht ganz exakt, auch werden Jaffa und Haifa ständig verwechselt. Rennie Smith hat auch kürzlich in Lonjdon einen Vortrag gehalten, in dem er seine Ansichten entwickelte und sagte, daß die Julien, die zusammen mii lEngland das stärkere Element seien, Anstrengungen machen müssen, um auch die Araber in ihrer Kolonisationsarbeit zu berücksichtigen. a. b. Zwischen Ruinen und Aufbau in Erez Israel, von S. Schachnowitz, Verlag Agudas Isroel, Frankfurt a. M. 1932, S. 77. — Diese von einem nichtr zionistischen Orthodoxen, der die Reise mit der Palästina-Zentrale der JA. gemacht hat, stammende Reisebericht, ist mit großer, ehrfürchtiger Liebe zum Lande geschrieben, ma'n spürt daraus die Erschütterung des Erlebnisses.