Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1932)
- Article
- Schwere Arbeiterkonflikte [Nachricht]
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 434 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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werden wird. Der Waffenstillstand ist auch unter dem Druck der Regierungsbehörden zustandegekommen. In Haifa, wo es ebenfalls zu Zusammenstößen zwischen Angehörigen der Histadruth und Revisionisten kam, ließ die Regierung eine Warnung plakatieren, in der schwerste Bestrafung für Störung der öffentlichen Ruhe angekündigt wird. Am ernstesten waren die Zwischenfälle in Jerusalem, wo eben erst nach dem Beispiel von Tel-Aviv ein einmonatiger „Waffenstillstand" geschlossen worden war. Der schwerste Zusammenstoß ereignete sich in der Biskuit- Fabrik von Frumin, hier wurden sieben Personen, davon zwei schwer, verwundet. Die Schwerverletzten sind Revisionisten; sie wunden ins Hadassa- Hospital überführt. Ursache des Kampfes war, daß revisionistische Arbeiter den von der Histadruth in dieser Fabrik proklamierten Streik nicht respektierten, sondern ihre Arbeit fortsetzten. Ein größeres Aufgebot von Polizei stellte die Ruhe wieder her unld verhaftete 15 Personen. Bei den Kämpfen wurden auch zwei Polizisten leicht verletzt. Am 18. Oktober kam es in der Biskuit-Fabrik Frumin abermals zu Zusammenstößen. Weitere neun Arbeiter und zwei der intervenierenden Polizisten wurden verletzt. Zwölf Arbeiter wurden verhaftet. Während die linksorientierte hebräische Presse Palästinas gegen den fortdauernden Arbeiterkrieg scharf Stellung nimmt und den Revisionisten vorwirft, sie wollten die palästinensische Arbeiterbewegung zerbrechen, erklärt „Doar Hajom", jeder Jude in Palästina habe das Recht, zu arbeiten, wann und wo er wolle. Das Gericht verurteilte zwei Arbeiter zu je drei Monaten, zehn zu je eine/m Monat Gefängnis oder einer Geldbuße von 10 Pfund, elf Angeklagte wurden freigesprochen. — Wir bemerken dazu, daß allem Anschein nach diese Kämpfe einen parteipolitischen Charakter haben, da die revisionistische Partei gegen die Histadruth als sozialistischen Block kämpft. Demgegenüber betont diese, daß sie nur Gewerkschaft ist und ihre Arbeitsämter nur nach rein gewerkschaftlichen Grundsätzen vorgingen, .ohne nach der Parteistellung der Arbeiter zu fragen. Die Hista'druth hätte in Palästina aber auch Funktionen übernehmen müssen, die anderwärts der Staat erfüllt (Versicherung, Krankenkasse usw.) habe, daher eine erhöhte Verantwortung, die von allen Arbeitern respektiert werden sollte. (Wir behalten uns vor, auf diese Angelegenheit zurückzukommen. — Die Red.) Das Memorandum der JA. an die Mandatskommission über die Arbeitsverhältnisse. Dieses Memorandum (siehe unter „Jewish Ageney") führt über die Arbeitsverhältnisse folgendes aus (im Auszug wiedergegeben): In den Städten zählte man während des ganzen Jahres 1931 weniger als 1 Prozent jüdische Arbeitslose. In den ländlichen Distrikten war die Lage weniger befriedigend^, aber auch hier überstieg die Zahl der völlig Unbeschäftigten nicht 2.5 Prozent der jüdischen ländlichen Bevölkerung. Ueber die arabische Arbeitslosigkeit heißt es weiter, sind zuverlässige Statistiken nicht verfügbar. Gemäß Angaben der Mukhtars (Dorf-Aelteste) schwankte die Zahl der arabischen Arbeitslosen zwischen 12.000 und 35.000. Doch handelte es sich nicht allein um „Arbeitslose" im gewöhnlichen Sinne, sondern auch um Kleinbauern und Kleinpächter, die in der stillen Saison als Arbeitssuchende auftreten.