Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1932)
- Article
- Die jüdischen Bodenkäufe und Ameliorationen [Nachricht]
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 424 (sequence 2)
- Language
- German
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lästina sich breitmachende Tendenz, Boden widerrechtlich, mit und ohne Gewalt, zu betreten, Pflanzen und Besitztümer zu beschädigen. Hierbei sind die Juden durchaus nicht die einzig Leidenden, die besser organisierten arabischen Dörfer sind ebenfalls Einfällen von Nomaden ausgesetzt. Die kürzlich in Geltung gesetzte Land Disputes Ordinance hat das Ziel, solchen Tendenzen entgegenzuwirken oder zum mindesten zu verhüten, daß durch sie der Friede ge¬ Wochen wird. Man hoffte, daß diese Verordnung dem gesetzmäßigen Bodeneigentümer Schutz gegen Ansiedler ohne Rechtstitel geben würde, aber das Gegenteil scheint eher der Fall zu sein, wie der Fall von Kuskus Tabun bewies. Die Bodenkäufe des KKL. Nach dem Bericht des KKL. an die Sitzung des Aktionskomitees, hat der KKL. vom 1. April 1931 bis 1. Mai 1932 gekauft: Judäa 1.252, Ebene Saron 3.080, (Tire), Emek 4.000 (davon 1.200 Kumie, 1.700 Sachne), Untergaliäa 103, Jordantal (Zemach) 619, zusammen 9.065 ländliche metrische Dunam, ferner 21 Dunam städtischen Boden. Weitere Verträge wurden über 5.000 Dunam abgeschlossen. Das landwirtschaftliche Jahr 5692. Hierüber schreibt Smilansky in „Boustn'ai" Nr. 25. Trotz der schweren Hemmnisse war das abgelaufene landwirtschaftliche Jahr für die jüdische Wirtschaft ein sehr gutes, wenn auch wegen der Dürre viele Wirtschaften nur die Hälfte des benötigten Wassers zur Verfügung hatten. Trotzdem verschwanden die Feldmäuse. An vielen Orten waren Rekordernten zu verzeichnen. In Kabara, wo der Sumpf ausgetrocknet wutfde, erntete man z. B. 500 kg Gerste pro Dunam. In Metullah und Sedjera gab es zum ersten Mal ausreichende Ernten. Der Boden der Haifabay gab dem KKL. eine Einnahme von 2.000 Pfund. Im Ost-Emek zeigten Felder der Landwirte — nicht der Versuchsstation — Ernten von 200 kg Weizen und 300 kg Gerste per Dunam. Und dabei gab der schwere Boden dies ohne genügende Feuchtigkeit. Auch die Pflanzungen in leichten Böden brachten eine gute Ernte. Der trockene Ackerbau niederer Stufen litt unter der Hitze, besser waren die trockenen Pflanzungen, noch besser die gemischte Wirtschaft und die Pardessim auf den Hügeln. Außer Teilen des schweren Bodens und der Gebiete bei Akko und nördlich davon, war das Jahr für die Fellachen ein Hunger jähr. In manchen Gegenden gab der Boden nicht das Saatjkdrn, in anderen gar nichts. Die Erkenntnis bricht sich auch bei den Fellachen Bahn, daß er intensiver wirtschaften muß. Nur durch eine große und neue jüdische Kolonisation im Lande wird dem Fellachen geholfen werden. Einen anderen Weg gibt es nicht. Die Mandelernte war schlecht, viele Gärten wurden ausgerissen. Die Ernte der jüdischen Kolonien war zirka 15.000 Karitar, d. i. die Hälfte wie vor Jahren, auch die Preise sanken auf 10 Mil das Rottel. Bei Tafeltrauben hinderte die Zollerhöhung in Aegypten den Absatz. Im Lande steigert sich dieser zwar ständig, ist aber zu klein, um eine Erweiterung der Pflanzungen zu ermöglichen. Man kann nur auf die Verbesserlungen der Häfen unld des Transportes hoffen und auf Befreiung Palästinas von den neuen englischen Zöllen. Die Weinindustrie wird im Lande von importierten Getränken konkurrenziert, wie Bier, Champagner, Cognac. Hier wäre erhöhter Zollschutz notwendig. In letzter Zeit mehrten sich die Hoffnungen, daß die unbewässerten Pflanzungen eine große Rolle spielen können. Agr. Grasowsky meint, daß Palästina