Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1932)
- Article
- Sitzung der Mandatskommission : der Begleitbrief des Präsidenten Sokolow [Nachricht]
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 416 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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Der Begleitbrief des Präsidenten Sokolow. Der Präsident der Jewish Agency, Nahum Sokolow, hat zu dem Memorandum ein Begleitschreiben gerichtet, indem er die Beschlüsse des Councils der Jewish Agency (Juli 1931) über den Macdonald-Bericht mitteilte. (Siehe darüber Nr. 10/11, „Rundschau", S. 359.) Er fügt hinzu, daß die öffentliche jüdische Meinung enttäuscht sei, daß die Versprechungen des Briefes nicht in ausreichendem Maße verwirklicht worden sind. Die Tendenz der Bodengesetzgebung behindere die Entwicklung wichtiger Gebiete und bestärke ungerechtfertigte Ansprüche. Die Frtage der Einwanderungsbestimmungen, die derzeit zu rigoros seien, sollten neuerdings geprüft werden. Der Polizeischutz ist nicht überall im Lande ausreichend, der Anteil der Juden an der Polizei ungenügend, besonders aber bei der trans jordanischen Grenzmacht, für die Palästina bis heute etwa 750.000 Pfund ausgegeben hatte. Die Beiträge der Regierung für fdas jüdische Schul- und Sanitätswerk seien ungenügend. Der Berieht der englischen Regierung. Dieser enthält keine bemerkenswerten Zusätze zu den aufgezählten Tatsachen. Er erwähnt, daß die Zunahme der jüdischen Bevölkerung von 170 Prozent in elf Jahren in einem Lande neuer Siedlung ein beispielloser Fortschritt sei. Zwischen JA. und Regierung wird über die Festsetzung eines Schlüssels für Beschäftigung von Juden bei öffentlichen Arbeiten verhandelt. Die Ansprüche der Agudas Israel um besondere Anerkennung und Besteuerung wurde abgelehnt, .da die Statuten der jüdischen Gemeinschaft nichts enthalten, was die Mitglieder der JA. in ihren Rechten und Freiheiten behindern könnten. Diie Erklärungen des Oberkommissärs. Sir Arthur Wauchope unterstrich vor der Kommission die Tatsache der günstigen Wirtschaftslage Palästinas, kündigte das Inkrafttreten des in Beratung befindlichen Munizipalitätengesetzes und die Wiederaufnahme des Plans der Schaffung eines gesetzgebenden Rate» (Legislative Council) an. Die Hauptaufgabe des Oberkommissärs sei die Erhaltung der öffentlidhen Sicherheit, die Förderung guter Gesinnjung zwischen allen Teilen der Bevölkerung und Herstellung des Vertrauejns zwischen dieser und der Regierung. In naher Zuikunft könnten die Militär- und Polizeikräfte nicht vermindert werden. Von den jüdischen Kolonien habe er einen tiefen Eindruck erhalten. Ueber den French-Bericht lägen noch keine Aeußerungeri der beiden Bevölkerungsteile vor. Von den Ansprüchen der sogenannten „landlosen Araber" seien bisher 1.800 zurückgewiesen, 365 als berechtigt aberkannt worden und 1.026 sind noch in Untersuchung. Mehrere arabische Mitglieder von beratenden Komitees bei den Regierungsämtern haben ihre Stellung niedergelegt. (Siehe auch „Oeffentliche Verwaltung".) Auf Anfrage wegen des Gesetzgebenden Rates sagte der Oberkommissar, daß dieser Sicherungen für den Frieden und die Durchführung des Mandates enthalten müsse. Würde er nicht Zustandekommen, so würde die Regierung auch weiter ihre Politik im Interesse der ganzen Bevölkerung in Uebereinstimmung mit dem Mandat durchführen. Der Bericht. Wie immer, wird der Bericht über die Sitzung erst nach seiner Genehmigung durch den Völkerbundrat veröffentlicht werden. Palästina-Exekutive. Infolge der Proteste und der Demission der Mitglieder Farbstein und Newman wegen Kürzung des Budgets wurde eine neue Ar-