Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1932)
- Article
- French zurückgetreten [Nachricht]
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 413 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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mission über diesen Gegenstand berichten mußte. Anscheinend ist die Stellung des Oberkommissärs zu dem Bericht der Grund des Rücktrittes von Mr. French geworden. Was über jenen bisher in die Öffentlichkeit durchsickerte, erscheint, wenn man den Pressemeldungen glauben kann, auch von jedem unparteilichen Standpunkt als wenig förderlich für die „Landentwicklung". Es hieß, French wolle vier Bezirke vorläufig für die Ansiedlung sperren, ferner eine ganz kleine Anzahl von Arabern ansiedeln. Wenn das alles ist — und die Nachrichten über ein paar bescheidene Badenkäufe im Rahmen dieses Planes scheinen jene Meldungen zu bestätigen — so muß man wirklich sagen: „Wozu der Lärm?" Es wird iabzuwiarten sein, welche neue Gestalt die Pläne über „Lanidentwicklung" nach den Meinungen des Oberkommissärs annehmen wirfcl. Die Fr(age der Einkommensteuer. Der Widerstand der jüdischen und arabischen Wirtschaftsorganisationen gegen Einführung der Einkommensteuer wächst. Regierung und Kolonialamt werden mit Protesten bestürmt. Von der Steuer würden ausschließlich die städtischen Schichten, insbesondere die Juden betroffen werden, die prozentuell ohnehin mehr als das Doppelte an Steuern leisten, als ihrer Kopfzahl entspräche. Außerdem wird darauf verwiesen, daß das Land sich im Aufbaustadium befinde, das Neugeschaffene, namentlich in der Industrie, erst schwer kämpfen müsse und Neuanlagen bei Einführung dieser Steuer eine Drosselung erfahren würden. Die Regierung, die anscheinend die Einkommensteuereinnahmen als Ersatz für den Ausfall . derjenigen aus dem Oscher betrachtet — was im Wesen eine Ueberwälzung der.Last vojm arabischen Bauer auf den jüdischen Städter bedeutete — hat noch immetr so große Budgetüberschüsse (im 1. Semester 1932: 200.000 Pfund), daß dieser Grund völlig wegfällt. (Wir verweisen nochmals darauf, daß der Artikel von H. Margulies im Jahrgang 1931, S. 208, eine Analyse der^ ganzen Frage gibt. — Die Red.) Die Regierung will demnächst einen Experten mit den {technischen Vorarbeiten beginnen lassen. Obzwar sie versichert, daß den Interessenten Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben werden wird, läßt die 'Einleitung von Durchführungsvorbereitungen darauf schließen, daß .die Regierujng i gewillt ist, die Steuer trotz aller Einwendungen durchzuführen. In die Kommission zum Studium der Frage haben bisher weder Juden, noch Araber Vertreter gesendet. Letztere wollen eine Beteiligung überhaupt ablehnen. Auf jüdischer Seite beschloß der Waad Leumi, mit der Jewish Agency gemeinsam vorzugehen. Wasseribewirtsc'haftung. Die Regierung bereitet einen Gesetzentwurf über die Kontrolle des gesamten Wassers in Palästina vor. Wir bemerken hiezu, daß wir seit Jahren in verschiedenen Artikeln bereits auf die Notwendigkeit einer Wassergesetzgebung hingewiesen haben. Auch Simpson hat in seinem Bericht eine solche verlangt. Man wird abwarten müssen, welchen Inhalt die neue Verordnung haben wind,! die wohl zunächst zur öffentlichen Diskussion gestellt werden wird. Die jüdischen Blätter; geben der Besorgnis Ausdruck, daß die Regierung das Wasser; besteuern werde. Ferner fürchten sie, daß mit der Verfügung über, das Wasser eine zu große Macht in die Hand der Administration gelegt werden wird, die schon wegen jedes einzelnen Brunnen, der gebohrt werden soll, um Erlaubnis wirjd gefragt werden müssen. Wir bemerken hiezu, daß es unvermeidlich ist, daß die Verwaltung einen