Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1932)
- Article
- [Rezension] / a. b.
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 389 (sequence 2)
- Language
- German
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„insi de" kennt. So würde kein Leser aus Ihrer umfangreichen Darstellung, wie die Balfour-Deklaration entstanden ist, den überragenden Anteil Weidmanns daraus entnehmen. Trotzdem die Verfasserin in Palästina war und dem jüdischen Leben dort einige Kapitel widmjet, ist nichts Konzises über das jüdische Aufbauwerk zu erfahren, nur Sanität und Unterricht werden auf paar Seiten abgehandelt, dafür werden nicht weniger als 70 Seiten der Klagemauersache gewidmet! In der ausführlichsten Weise werden die arabischen Beschwerden gegen das Mandat gebracht, dagegen von den Verhandlungen der Mandatskommission nur zwei Sitzungen breiter behandelt,, insbesondere die vom Sommer 1930 (Untersuchung über die Unruhen). Auch hier wird der große Respekt der Verfasserin vor den Offiziellen sichtbar, Dr. Shiels und Lukes Aussprüche werden spaltenlang zitiert, die jüdischen Eingaben gar nicht erwähnt. Aehnlich wird der Simpson-Berichft behandelt. Dieser wird sehr ausführlich besprochen, ebenso Paßfields Weißbuch, sowie die Fehden in Parlament und Presse, die sich daran knüpften. Aber die ungemein wichtigen Einwendungen der Jewish Agency gegen die von Simpson vorgebrachten Ansichten und Daten, sowie gegen das Weißbuch werden ihrem Inhalt nach gar nicht erwähnt. Man kann daher nicht einmal/ sagen, daß das Buch zwar ^ine kritiklos, aber wenigstens eine vollständige Materialsammlung sei. Die ungleiche Behandlung der zu einem Punkte gehörigen Materialien, von denen die einen in breiter Ausführlichkeit geboten, die anjderen nahezu ignoriert werden, läßt bedauern, daß die von großer Liebe zu ihrem Gegenstand erfüllte, äußerst kenntnisreiche und fleißige Autoren in diesen zwei Bänden kein zureichendes Bild des Themas gegeben hat. Für Kenner der -Sache wird däjs Werk eine Hilfe bei ihren Arbeiten sein, Sie werden es gut benutzen* können. Jemajiden, der mit der Materie nicht vertraut ist, kann dieses Buch allein nicht als genügende Quelle für eine genaue Kenntnis und UrteiLsbildung dienen. a. b. Die jüdische Arbeiterbewegung in Palästina, von Dr. Walter Preuss. I. Teil: Die Entwicklung der Bewegung von den ersten Anfängen bis 1932. Herausgegeben von „Hechaluz", Berlin, S. 156. — Bisher gab es nur eine Darstellung der jüdischen Arbeiterbewegung als Ganzes: Jene von Dr. Ar je Tatajkower, die nur in hebräischer Sprache erschienen? ist, abgesehen von einigen Abschnitten daraus, die in der Zeitschrift „Der Jude" publiziert worden waren. Das Buch von Dr. Preuss, der seit vielen Jahren in der palästinensischen Arbeiterbewegung tätig ist, wird daher, zur Orientierung über eine der inter» essantesten sozialen Bewegungen der Menschheit sehr willkommen sein. Preuss schildert kurz die Entwicklung in ihren Hauptzügen* An manchen Stellen wäre ein etwas tieferes Eingehen in die Materie trotz der gebotenen Kürze erwünscht. Z. B. ist die Schilderung der Ideologien, die zur Entstehung der einzelnen Arbeiterparteien führte, viel zu knapp. (Gordon ist gar nicht erv wähnt.) Allerdings ist in der vorzüglichen Arbeit von Tatakower alles Wissenswerte darüber gegeben worden. Doch auch bei vielen anderen Punkten wäre eine plastischere und eingehendere Darstellung erwünscht. So bei der infteressanten Epoche der erstmaligen Rezeption des Genossenschaftsgedankens seitens der palästinensischen Arbeiter, die durchaus unabhängig von Dr. Oppenheimers Versuch, und schon vorher spontan (Sedjera 1909) erfolgt ist, ferner