Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1932)
- Article
- Öffentliche Finanzen [Nachricht]
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 368 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379900-2379906--14216-2396408- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Die Ausgaben sind präliminiert mit 2,403.235 (1931: 2,374.869), davon entfallen auf Erziehung 153.742, Sanität 115.000, Ackerbau 86.956, öffentliche Arbeiten 162.205, Polizei und Gefängnisse 457.737, Grenzmacht 183.405, Verteidigung 102.000 Pfund usw. Das Defizit der Eisenbahn ist 78.964 Pfund, aber es stammt nicht aus dem Betrieb, sondern aus der schweren Zinsenbelastung (über 150.000 Pfund pro Jahr). Der Eisenbahnbetrieb in Palästina weist vielmehr einen Ueberschuß von 114.000 Pfund auf, die Hedjazbahn einen Abgang von 6.100 Pfund, der ungerechterweise Palästina zur Last fällt. Der angesammelte Ueberschuß der Regierung wird für Schluß des Finanzjahres 1931/32 auf 611.923 Pfund geschätzt. Zu diesem Vorschlag äußerte sich unser geschätzter Mitarbeiter H. Frumkin im „Dawar" (unter 11. und 13. Juli). Er bemängelte zunächst kleinere technische Fehler in der Budgetaufstellung; so werden, die Mieten für Aemter und Schulen unter „öffentliche Arbeiten" angeführt, die Posten für Straßenbauten usw. nicht spezifiziert u. a. m. Er weist dann darauf hin, daß im Gegensatz zu dem Budget aller anderen Staaten dieser Voranschlag ein optimistischer ist. Der Grund dafür ist klar zu ersehen: Die Präliminierung höherer Einnahmen bei allen Titeln, die durch die jüdische Tätigkeit alimentiert werden, wie Zölle, Grundsteuern, Bodenübertragungstaxen, Tabak usw. zeigt, daß auf eine Erhöhung der jüdischen Aktivität gerechnet wird. Frumkin schätzt den Anteil der Juden an der städtischen Grundsteuer auf 36 Prozent, bei der Tabakzise auf 40 Prozent, bei Uebertragungsgebühren auf 75 Prozent, Gerichtsgebühren 43 Prozent, Post und Telegraph 60 Prozent. Insgesamt dürfte der Jischuw gegenwärtig 50 Prozent der Regierungseinnahmen beisteuern. Nichtsdestoweniger werden bei den Aufwendungen die Bedürfnisse der Juden stark? vernachlässigt. Trotzdem z. B. das Erziehungsbudget um 12.000 Pfund erhöht wurde, auf 159.000 Pfund, bleibt es bei der Subvention von bloß 20.000 Pfund für die jüdischen Schulen. Von den Ausgaben für Sanität, 115.000, partizipieren die Juden mit zirka 3.000 Pfund, trotzdem tat die Regierung nichts, um die Sperrung des Emek-Spitals zu verhindern. (Neuerdings scheint sie diesbezüglich einlenken zu wollen. — Anm. d. Red.) Im allgemeinen zeigt das Budget nur geringe Sparmaßnahmen. 67 Prozent des Budgets werden für Gehalte (inklusive Lehrer und Polizei) gezahlt, die Kürzung an diesen beträgt bloß 19.000 Pfund. Die öffentlichen Arbeiten wurden um nj.cht weniger als 100.000 Pfund gekürzt. 17 Prozent des Budgets verschlingt das Defizit der Eisenbahnfinanzen, entstanden durch seinerzeitige ihnen aufgehalsten hohen Abfindungssummen. Nach Titeln zerlegt sind nur 33 Prozent des Budgets für produktive Zwecke angesetzt, 18 Prozent für Verwaltung, 27 Prozent für Sicherheit. In Transjordanien machen allerdings die Prozentsätze für produktive Zwecke bloß 20, die für Sicherheit aber 50 aus. Zehentnachlaß. Der Oberkommissär hat den Zehent für 1932 um 70 Prozent ermäßigt, was einen Budgetausfall, gegenüber der Schätzung, von 173.000 Pfund ausmacht, so daß nur mit 73.000 Pfund Eingängen gerechnet wird. (Wir