Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1932)
- Article
- Der French-Bericht [Nachricht]
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 365 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Es ist damit fraglich geworden, ob der Bericht überhaupt in die Oeffentlichkeit gelangen wird. In den verschiedenen Blättern werden über den angeblichen Inhalt des Berichtes, der streng geheim gehalten wird, Mitteilungen gemacht, nach welchen, wie von allen Sachkennern erwartet, fast gar keine konstruktiven, sondern nur restriktive Vorschläge gemacht werden. (Siehe auch „Rundschau", „Jewish Agency".) Verschärfte Pressevorschrijften. In einer neuerschienenen Verordnung wurde: bestimmt, daß der leitende Redakteur gleichzeitig auch der verantwortliche Redakteur sein muß. Eine Zeitung, die Nachrichten oder Artikel veröffentlicht durch die die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährdet werden könnten, kann vom High Commissioner suspendiert werden. Die Veröffentlichung von aufrührerischen oder verleumderischen Artikeln kann von den Gerichten mit Verbot der Zeitung für drei Jahre geahndet wenden. Jede Tageszeitung, ein* schließlich der schon bestehenden, hat eine Sicherstellung von 150 Pfund zur Deckung der Strafbeträge der eventuellen Pressevergehen zu erlegen. Aufnahme Iraks in den Völkerbund. Am 3. Oktober wurde durch einstimmigen Beschluß der Völkerbundversammlung Irak als unabhängiger Staat in den Völkerbund aufgenommen. Aus dem arabischen Lager. Vor einigen Wochen empfing der Oberkommissär den Mufti und andere arabische Notabein, die sich, wie die Presse wissen will, gegen demokratische Wahlen; zu dem moslemischen Rat und den Stadtverwaltungen aussprach. Bekanntlich ist eine starke Strömung gegen die Wiederwahl des Mufti vorhanden. Das Gesetz über die Wahlen zu den Stadträten steht vor der Publizierung. Im Herbst soll eine panarabische Konferenz in Bagdad gehalten werden. Die Araber Palästinas feierten am 27. August den Jahrestag der Schlacht bei Chittin, in der Saladin 1187 die Kreuzfahrer schlug. Unter der Führung des Sekretärs der arabischen Exekutive Auni Bey Abdul Hadi wurde jeine neue extremistische arabische Partei, -die sich „Istiklal" nennt, gegründet. In dem soeben veröffentlichten Programm der neuen Partei wird die Abschaffung des Palästina-Mandats und der Balfour- Deklaration gefordert. Palästina soll Teil eines unabhängigen syrischen Reiches werden. Ferner wird die sofortige Einsetzung eines Parlaments und einer arabischen Regierung, das Verbot des Boden verkauf es an Juden und die Schaffung einer panarabischen Föderation gefördert. „Istiklal" ist ein Teil der panarabischen Freiheitsbewegung, die für völlige Unabhängigkeit der arabischen Länder eintritt. Sie gibt eine Wochenschrift in arabischer Sprache „AI Arab" heraus. Die arabische Exekutive will als Gegendemonstration gegen die Levante- Messe, 1933, eine Ausstellung der arabischen Länder in Jaffa veranstalten. Da sie Juden nicht als Aussteller einladen will, so beischloß die Regierung, sich an dieser Messe nicht zu beteiligen. Konig Feisal in Jerusalem. Der Herrscher von Irak, Feisal, war am 19. September in Jerusalem, wo ihm offizielle Empfänge zuteil wurden. Er soll Beratungen wegen des panarabischen Kongresses mit den Führern der palästinensischen Araber gepflogen haben.