Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1932)
- Article
- [Rezension] / f. m.
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 315 (sequence 2)
- Language
- German
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einzelnen Länder, wobei natürlich Palästina — wie «es schon Frumkin in seinem Artikel gezeigt hat — weitaus alle Nachbarstaaten übertrifft. Auch in Bezug auf die Entwicklung des Steueirwesens hat Palästina einen Vorsprung, indem die relativen Einnahmen der direkten Besteuerung, die in. den anderen Ländern stabil blieben, in Palästina von 31.6 Rrozent der Einnahmen (11924) auf 19.1 Prozent (1929), also sehr stark, gesunken sind, dies vor allem wegen Senkung der Agrarsteuern. Dr. Grunwald gibt in sedner Arbeit ein reiches Ziffernmaterial, aus dem viel Lehrreiches zu schöpfen ist. Auf einzelne Details, über die man anderer Meinung, als es sein könjnte, ist .hier nicht einzugehen. Wir bringen in diesem Hjeft unter „Nachrichten und Daten" einiges aus dieser Arbeit und behalten uns vor, weiteres daraus zu entnehmen, f. m. Oqhlossei Arzenu (Die Bevölkerung unseres Landes), von J. Ben Zwi, Reihe: „Sifrijah Jessodoth", Nr. 14, herausgegeben von „Brith Hanoar" und „Heqhaluz", Warschau, 1932, 8 Abbildungen, S. 116. — Dieses Bändchen stellt den zweiten Teil des schon 1929 erschienenen Werkes: Ochlosseinu Baarez (Unsere Bevölkerung in Palästina) des Verfassers dar, das wir in Jajhrg. XII, Nr. 10/11, besprochen haben. In diesem ersten Teil hatte der Autor die jüdische Bevölkerung Palästinas nach Habitus, Herkunft, Folklore usw. untersucht. Im vorliegenden Bande g,ibt Ben Zwi, ein bekannter Gelehrter, Politiker und Arbeiterführer eine Analyse der nichtjüdischen Bevölkerung. Er zeigt die Unterschiede unter dem arabischen Element, das nicht nur nach Stadt, Land und Nomaden, nach Glauben (Christen und Moslem) differenziert ist, sondern auch nach Herkunft, Geschichte und Bildung. Er gibt dann eine eingehende Schilderung der städtischen Mohammedaner, der Herkunft und des Lebens der Fellachen, der Beduinen, der Christen, Drusen und verschiedener kleiner Stämme. Im Anhang gibt er detaillierte Angaben über die SiedlungsVerhältnisse, eine vollkommene Liste aller arabischen Dörfer u. a. m. Die kenntnisreiche und interessante Darstellung des Veitfässefrs, der seit einem Vierteljahrhundert im Lande lebt, sollte ins Deutsche übertragen werden. (Wir behalten uns vor, Auszüge aus dem Werke abzudrucken. — Die Red.) a. b. Vier Jähre Kampf ums Heilige Land, von Dr. Paul Range. Mit Geleitwort und Porträt von General Schlee Pasche, mit 3 Karten, Verlag Wilhelm Mayer, Bad Oeynhausen, 1932, S. 83. — Diese Publikation aus dem Kreise des „Bundes deutscher Asienkämpfer" gibt erstmalig von deutscher Seite eine; Darstellung der Kämpfe um Palästina von einem Mitkämpfer. Aus dem sehr interessanten Buche heben wir einige Putnkte heraus. Der Verfasser sagt, der berühmt gewordene Vorstoß durch die Wüste, Juli 1916, gegen den Suezkanal sei nach Wunsch von Djetaial Pascha nur als Demonstration geplant gewesen. Sehr deutlich wird die vorsichtige, zögernde Art des Vorgehens der Engländer, die mit möglichster Schonung ihres Menschenmaterials und sehr gründlicher technischer Vorbereitung namentlich der Nachschublinien arbeiteten. Sonst hätten sie schnellere Erfolge erzielt. So wäre es ihnen schon im März 1917 möglich gewesein, Gaza zu nehmen, was ihnen erst l1/2 Jahre später gelang. Jedenfalls ist die Zähigkeit und Kriegstüchtigkeit der Türken und Deutschen, die unter den ungünstigsten Bedingungen kämpfen mußten, bewundernswert. Der Aufstand im Hedjaz unter Führung von Faisal (der ebensowenig wie Lawrence genannt wird), wird vom Verfasser als sehr wirksam angesehen, doch spielte er erst gegen Ende des Krieges eine größere Rolle. Von dem Bestehen jüdischer Legionen berichtet das Buch nichts, obzwar