Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1932)
- Article
- Wissenschaftliches Leben [Nachricht]
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 311 (sequence 2)
- Language
- German
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Arbeit sind in vier unter dem Titel „Zion" erschienenen Sammelbüchern (liebr.) und in zweimonatlich erscheinenden Bulletins niedergelegt. Diesen Bemühungen um Sammlung des zerstreuten Materials der Wissenschaft des Judentums entspringt auch eine intensive bibiographische Arbeit. Zu erwähnen ist hier insbesondere die große Bibliographie ddjs jüdischen Rechts **) von S. Eisenstadt: „Repertorium bibliographicum litteraturae totius iuris prudentiae hebraicae"; der Bibliothekar Abraham Jaari, welcher schon vor mehreren Ja'hren zusammen mit B. D,inaburg eine große Bibliographie der hebräischen schönen Literatur der letzten zweihundert Jahre veröffentlicht hat (herausgegeben von der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek), publizierte jetzt Biographien der hebräischen Literatur auf dem Gebiet des Erziehungswesens, der Landwirtschaft, eine Bibliographie des in vielen Hunderten verschiedener Drucke existierenden Ostergebetbuch.es („Hagada"). Die eben genannte Bibliothek begann mit der Herausgabe eines großen Kataloges ihrer Handschriften. Als erster Band erschien (hebräisch), verfaßt von Dr. G. Scholem mit Unterstützung von B. Joel „Catalogus codicum cabbalisticorum hebraicorum quot conservantur in bibliotheca Hierosolymitana", ein Werk, das, dank der Analyse der beschriebenen Handschriften und dank dem Abdruck charakteristischer Stücke von großer Bedeutung für die jüdische Religions- und Kulturgeschichte ist. Palästina ist das einzige Land, in welchem die jüdische Bevölkerung Hebräisch spricht. Obwohl die hebräische Literatur über die ganze Welt verzweigt ist, hat sich infolge dieser Tatsache das hebräische Schrifttum in Palästina konzentriert.***) Fast sämtliche hebräischen Verlange haben jetzt ihren Sitz in Palästina, und der hebräische Buchdruck ist eines der wichtigsten Gewerbe des Lahdes. Von den Ausgaben der großen Verlage sind für weitere Kreise von Interesse: die vom Verlag „Dvir" herausgegebenen Gesamtausgaben der mittelalterlichen hebräischen Poesie (Gabirol, Moses ben Esra) und die von demselben Verlag herausgegebenen Sammelbücher für Ethnographie und Folklore „Resjiumot" (6 Bde.); die im Verlage Junowitz erscheinenden hebräiscjien Uebersetzungen von Plato und Philo und ein Neudruck der Maimonides-Ausgabe von Münk (durcli B. Joel). Die Organisation hebräischer Lehrer gibt eine Serie pädagogischer Schriften unter dem Titel „Schatz des Lehrers" heraus und veröffentlichte anläßlich des 25jährigen Jubiläums ein für die Geschichte des Erziehungswesens in Palästina wichtiges großes Sammelbuch. Der jüngste der Verlage ist die Hebrew Unjiversity Press, welche die wissenschaftlichen Publikationen der Universität herausgibt. Sie gibt — unter der Redaktion von Prof. J. N. Epstein — seit zwei Ja'hren die judaistischen Studien gewidmete hebräische Vierteljahresehrift „Tarbiz" heraus. Auch die von der Universitätsbibliothek seit acht Jahren herausgegebene Vierteljahrsschrift „Kirjath Sepher" (Gesamtbibliographie ju,daistischer Publikationen der ganzen Welt) erscheint jetzt in diesem Verlage, der u. a. auch einte große Veröffentlichung über die palästinensische Flora „The plants of Palestine. An analytical **) Auf dem Gebiete der Erforschung des jüdischen Rechts ist in Palästina in den letzten Jahren eine große Ar!beit geleistet worden. S. Eisenstadt gibt eine Zeitschrift für die Erforschung des jüdischen Rechts „Hamisphat" heraus. ***) Es besteht ein hebräischer P. E. N.-Klub. Zeitschrift des Schriftstellerverbandes ist die Wochenschrift „Mosnajim" („Wage").