Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1932)
- Article
- Die Messe [Nachricht]
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 308 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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308 Tel-Aviv. Die Messe. Wir haben über diese bereits in Nr. 5/7 berichtet. Inzwischen erschien Nr. 6 des offiziellen „Commercial Bulletin" der Regierung. Das Heft enthält eine Rückschau auf die Messe. Es wird gesagt, daß die Messe hervorragenden (outstanding) Erfolg hatte. Ein Vergleich mit der Messe von 1929 ergibt, daß auf dieser 121 auswärtige Firmen ausstellten, die Besucherzahl 120.000 und die Umsätze 80.000 Pfund waren. 1932 stellten 821 auswärtige Firmen aus, die Besucherzahl war 285.000, die Transaktionen machten 175.000 Pfund aus. Von Jenen 821 auswärtigen Firmen entfielen nach Hauptländern auf Deutschland 171, Großbritannien 161, Cypern 107, Rumänien 55, Polen 47, Aegypten 41, Tschechoslowakei 31 usw. Oesterreich war durch 17 Firmen vertreten. Nach Branchen waren die stärksten: Maschinen, Motore, Apparate 190 Firmen, Chemie 109, Nahrungsmittel und Zigaretten 105, Textil und Bekleidung 60 usw. Aus Palästina waren 405 Firmen vertreten, also stellten insgesamt 1.226 Firmen aus (1929: 330), außerdem die Sowjetrepublik. Nationale Pavillons hatten Cypern, Aegypten, Lettland, Polen, Rußland, Rumänien, ferner Großbritannien. Türkei und Schweiz hatten offizielle Stände. Die Regierung Palästinas hatte auch einen eigenen Pavillon. Vön den palästinensischen Ausstellern hatten KKL und KH, Wizo, Jüdische Kolonien, Zitrusindustrie und viele Industriefirmen eigene Pavillons. Stadtrats wählen. Bei den Anfang Juni stattgehabten Wahlen erhielt von 15 Sitzen die Arbeiterpartei 5, Bürgerliste Dizengoff 3, die Liste der polnischen Juden 2, Hausbesitzer, Sephardim, Misrachi, Revisionisten und Kleinhändler je 1 Mandat. In der ersten Sitzung wurde eine Exekutive nur aus Vertretern des Mittelstands und Diesengoff wieder zum Bürgermeister gewählt. Budget. Der Voranschlag sieht Ausgaben von 127.200 Pfund vor (Vorjahr 105.500). Im Jahr 1912 war das Budget 550 Pfund, 1920: 11.000 Pfund. Jerusalem gibt derzeit nur 70.000, Jaffa 36.000, Haifa 41.000 Pfund aus. Sitz der Behörden. „Boustn'ai" weist darauf hin, daß, obzwar Tel-Aviv fa!st 50.000 Einwohner zählt (ungefähr ebensoviel als Jaffa), alle Behörden in Jaffa ihren Sitz haben und daher die Einwohner von Tel-Aviv mit jeder Angelegenheit nach Jaffa gehen müssen. Selbst die Hauptpost hat ihren Sitz dort, obzwar die Post aus Tel-Aviv viel mehr Einnahmen zieht, als aus Jaffa, indeß sie in Tel-Aviv nicht einmal ein eigenes Gebäude besitzt. Ebenso ist die Telephonzentrale in Jaffa verblieben. Das Friedensgericht fand angeblich in gjftnz Tel- Aviv kein passende Lokal und sollte deshalb nach Jaffa verlegt werden. Stadtgemeinde und sonstige Körperschaften haben dagegen Protest erhoben. Der Oberkommissär annullierte, daraufhin den Beschluß. Die Justizbehörden waren der Meinung gewesen, daß eine Konzentration des gesamten Gerichtswesens in Jaffa von Vorteil wäre. Diese sachliche Begründung zeigt nur wieder, daß seit jeher alle Aemter in Jaffa eingerichtet worden sind. Die jüdischen Blätter weisen darauf hin, daß der kleine Ojrt, Ramleh mit 10.000 Einwohnern ein Kreisgericht hat und Tel-Aviv nicht, sowie daß das Friedensgericht in Tel- Aviv so stark beansprucht Wird, daß die Regierung davon 11.000 Pfund per Jahr an Taxen einnimmt. Ende der selbständigen Polizei. Ende Juni hat die ausschließlich aus Juden zusammengesetzte Polizei der jüdischen Stadt Tel-Aviv aufgehört als auto-