Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1932)
- Article
- Die Technik der Orangenanpflanzung [Nachricht]
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 305 (sequence 2)
- Language
- German
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Zitruspflanzung (Pardeß). Zuerst muß der Boden auf seine Eignung untersucht werden, er muß nicht nur oberflächlich, sondern bis zu einer Tiefe von zwei Meter auf seine besonders gute Wasserdurchlässigkeit geprüft werden, denn Zitruspflanzen vertragen keine stauende Nässe, ferner sind bei der Auswahl zu berücksichtigen: Vorhandensein von Grundwasser zur Anlage eines Brunniens für die Bewässerung, die mejhr oder weniger gleichartige Topographie des Geländes, ebenfalls wegen! der Bewässerung, eine geschützte Lage gegen die vorherrschenden Winde und gute Verbindungswege zu einer Eisenbahnstation, den Städten und den Exporthäfen. — Durch die nach türkischen Gesetzen regulierten Bodenbesitzverhältnisse entstehen oft große Schwierigkeiten beim Bodenerwierb Jiinsichtlich der Uebertragung der Eigentumsrechte. Der erste aktuelle Scjiritt zur Anlage einer Pflanzung ist gewöhnlich das Umackern des Bodems bis zu einer Tiefe von 50 bis 60 Zentimeter. Gleichzeitig muß zur Anlage des Brunnens geschritten werden. Eine rationelle Anlage erfordert die Ausarbeitung eines Pflanz- und Bewässerungsplanes, der gewöhnlich einem Ingenieur übertragen wird. In diesem Plan wird der Brunnenplatz und das Bewässerungsrohrnetz festgelegt, außerdem Wege und Standort jedes einzelnen Baumes. Wenn nicht eine günstige Beregnungsanlage geplant ist, muß der Boden eingeebnet werden. Inzwischen wird ein Zaun um das Gelände angelegt. — Für alle diese Arbeiten sind in den letzten Jahren für Palästina umwälzende,, technische Neuerungen von anderen Zitrus bauenden Ländern, hauptsächlich Kalifornien, übernommen worden. Hiefür sind vorwiegend junge Einwanderer, die dort gearbeitet und studiert hatten, veW antwortlich zu machen. Krankheiten der Orangenbäume. In „Hadar" Njr. 5 schreibt Dr. F. Bodenheimer über die Schwarzschuppenkrankheit (Black Scale). Die Regierung tut trotz ihrer Versprechungen nichts gegen diese Plage, die schon mehr als 100.000 Bäume ergriffen hat. Je weitelr sie sich verbreitet, um so schwerer ist ihre Bekämpfung. Die Lage erfordert dringend die Zusammenarbeit der Pflanzer und der Regierung zu diesem Zwecke. Anfangs Mai fand eine Sitzung des Zitruskomitees statt, in der der Vorsitzende mitteilte, daß die Regierung sich entschlossen habe, 90.000 Bäum© zu räuchern, indeß 19.500 auf private Kosten geräuchert wetfdein sollen. Ueber die Beiträge der Pflanzer zu den Kosten der Regierung entspann sich eine Debatte, die vertagt wurde. Auch eine noch nicht erforschte sog. „neue" Krankheit ist seit einiger Zeit aufgetreten, die auch der kalifornische Fachmann Prof. Hodgson in seinem Bericht über seine Palästinareise erwähnte. Er sagt, daß er sie noch in keinem Lande angetroffen Jiabe und sie nur die süßen Stammpflanzen befällt. (Wie wir hören, befaßt sich die Versuchsstation der JA mit der Untersuchung der Krankheit, doch infolge Mangels von Mitteln ist ein Erfolg derzeit sehr fraglich.) Die Grapefrucht. Die Kultur dieser Obstsorte dehnt sich immer mehr aus. 1931 waren 6.000 Dunam angepflanzt. Der Export betrug in Kisten 1929/30: 16.000; 1930/31: 57.000; 1931/32: 80.000. Der Anbau hat aber in allen Ländern, die sie ziehen, zugenommen, es sind dies Kalifosnien, Florida, Texas, Kuba, Südamerika, Südafrika. Es ist eine Ueberproduktion zu befürchten. Die USA hatten 1930: 600.000 Dunam angepflanzt mit Ertrag von 10 Millionen Kisten