Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1932)
- Article
- Ein Kurortekongress in Palästina
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 263 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Kurortekongreß in Palästina. 263 Von Dr. M. Buchmann, Tiberias. Vom Verfasser dieses Berichtes erschien ein Aufsatz „Aussichten des Kurortetwesens in Palästina" im Jahrgang 1931, Heft 5/6. — Die Red. Die Messe des Orients in Tel-Aviv diente dem edlen Wettstreit einheimischer Produktion und ausländischer Erzeugnisse. Auch die Aerzteorganisation des Landes fand es nötig, ihren Teil zur Propagierung des Tozereth Haarez beizutragen und das gab — unausgesprochen — den Anlaß, einen wissenschaftlichen Kongreß mit dem Thema „Kurorte in Palästina" zur Zeit der Messe (und teilweise auch auf ihrem Terrain) abzuhalten. Er fand am! 12./13. April statt. Die Kurorte, von denen die Vorträge handelten, sind freilich teilweise nur Möglichkeiten und Hoffnungen, deren Realisierbarkeit vielleicht nicht so sehr von der Güte der verschiedenen „Kurortqualitäten", als von der Initiative, dem Mut, der Finanzkraft der Interessengruppen, der Städte abhängt. Trotzdem schon so viel darüber gesprochen wurde, ist der Strand von Tel-Aviv noch nicht zu einem Badestrand, der auch ein etwas anspruchsvolleres Publikum, als das einheimische anziehen würde, ausgestaltet worden, sind die Tiberias-Bäder bis heute in dem baufälligen Zustand aus der Türkenzeit und werden erst diesen Sommer teilweise modernisiert. Und dem können leider auch bessere Vorträgea als man auf dem. Kongreß, der von den Aerzten relativ schwach besucht war, zu hören bekam, nicht abhelfen. Aber sie .zeigten wiederum, wie viele klimato- und balneotherapeutische Möglichkeiten das kleine Land hat, das, wie z. B. die Schweiz, so recht zu einem Touristen- und Kurorteland geschaffen zu sein scheint. Und wenin man auch in den Vorträgen in der Betonung der Vorzüge Palästinas gegenüber anderen Kurortgebieten, wie der Riviera z. B., manchmal zu weit gegangen sein dürfte, bleibt doch noch so außerordentlich viel objektiv Positives an , den erörterten Kurortqualitäten, daß es schade ist, daß die damit gegebenen Anregungen wieder ohne Echo verhallen werden. Es fehlt vielleicht in den Mutterländern Erez Israels ein Komitee, das sich m*Lt der Förderung des Kurortewesens in Palästina auf Grund systematischer Information durch Interessierung entsprechender Kapitalkreise und allgemeiner Propagierung befaßt. Es ist eigentlich schwer zu verstehen — trotz der Wirtschaftskrisen — daß eine relativ kleine Summe wie die des Aktienkapitals für die Chamai Tiberias-Gesellschaft (50.000 Pfund) nicht aufzubringen ist, während doch dauernd ziemliche Summen in Palästina investiert werden. Sie werden eben von den Pardessim aufgefangen und es fehlt — wie immer in der neueren Kolonisationsepoche Erez Israels — lange der Mut, sich auf ein neues Gebiet zu wagen. So bleibt es bei dem leichteren theoretischen Pioniertum der Aerzte und Wissenschaftler für diesen Gedanken. Der Meteorologe Dr. Baruch erstattete auf dem Kongreß ein ausführliches Referat über „Die besonderein Eigenschaften des Klimas Erez Israels". Er verglich die Wetterelemente Palästinas mit denen bekannter klimatischer Stationen des Mittelmeeres mit dem Ergebnis, daß in Palästina die Verhältnisse in Bezug auf durchschnittliche Tagestemperatur, Tagesschwankungen, Regentage usw. günstiger liegen, als an den meisten anderen Orten. Dr. Ben- Raanan vertiefte diesen Vortrag nach der biologisch-physiologischen Seite in