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Palästina · 1932-08-01 · Heft 8-9 (August 1932) · p. Seite 262

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 8-9 (August 1932)
Article
Die schulhygienische Arbeit in Palästina
Date
1932-08-01
Page
Seite 262 (sequence 5)
Language
German
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keine ständige Aufsicht einer Schwester, und machen einen Teil der Arbeit, prüfen die Sauberkeit der Kinder, geben dem Schuldiener hygienische Anweisungen, berichten über eventuelle Veränderungen usw. Resultate in der Bekämpfung ansteckender Krankheiten. Wie aus dem Vorhergesagten klar wird:, ist der Schüler nicht das alleinige Ziel, sondern er dient uns auch als Mittel, um seine Familie hygienischsanitär zu beeinflussen und in weiteren Kreisen hygienische Kenntnisse zu verbreiten. So verfuhren wir in Fällen von Scabies. Nicht nur der Schüler wurde behandelt, die ganze Familie wurde untersucht, unterwiesen und behandelt. Während wir vor elf Jahren Schulen hatten, <üe von Scabies verseucht waren, kommen heute im Lau$e eines Jahres 'nur noch ein bis zwei Fälle vor. Ebenso ist es mit Trichophytie, die rim Jahre 1020 noch zu .40 Prozent vorkam, heute gibt es keinen einzigen Fall mehr an den Schulen. Schwieriger ist es bei Trachomerkrankungen, da die Behandlung eine langwierige ist. Dennoch verfahren wir nach der gleichen Methode. Sobald an einem Schüler Trachom festgestellt wird, wird auch die ganze Familie daraufhin untersucht, und, wenn nötig, in Behandlung genommen. Zu diesem Zwecke haben wir in größeren Wohnbezirken eigene Augenkliniken eingerichtet. *) Die Behandlung der kranken Schüler wird täglich durch die Schwester vorgenommen, nicht wie z. B. in Aegypten, daß die Scjhüler die Poliklinik aufsuchen müssen, sondern in der Scjiule selbst. Diese Methode hat die besten Resultate gezeitigt. Während wir im Jahre 1928 noch 34 Prozent hatten, gibt es iheute nur 7 Prozent Trachomkranke, Dabei zeigt es sich, daß die neuen Einwanderer nicht von Trachom frei sind. In Jerusalem besonders, wohin der Hauptteil der Immigranten aus dem Orient geht, .ist die Zajil der neu eingetretenen kranken Schüler doppelt so groß wie die Anzahl der ständigen kranken Schüler. Selbst in Tel-Aviv, deren Immigration aus europäischen Einwanderern bestdht, ist die Anzahl der neuen kranken Schüler gleich groß. Gegen TV1 a 1 a r i a verführen wir so, daß alle Scjiüler, an denen vergrößerte Milz festgestellt wurde, vom Lethrer täglich in bestimmter Stunde Chinin in prophylaktischen Dosen bekamen. Malariakrankefti Schülern wurde in der Poliklinik eine intensive Beihandlung (45 bis 60 Tage) zuteil. Auf die Chininprophylaxe konnten wir bereits vor sechs Jahren verzichten, denn in Jerusalem, wo es vorher 30 bis 40 Prozent Schüler mit vergrößerter Milz gab, gibt es heute nur noch 1 Prozent. Seit zwei Jahren bestellt innerhalb der schulhygienischen Abteilung eine Beratungsstelle für schwer erziehbare Kinder. Auf ihre Tätigkeit ebensowie auf die Verbreitung psychojhygienischer Kenntnisse wird besonderer Wert gelegt. {Aus „Zeitschrift für Gesundheitsverwaltung und Gesundheitsfürsorge", II. Jahrgang, 1931, Heft 19.) *) „Cette Organization a ete realisee de moniere fort ingenieuse par FHadassah Medical Organization ä Jerusalem" schreibt Prof. Morax in „Le Trachom", 1929, 323.

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