Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1932)
- Article
- Dürre [Nachricht]
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 211 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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LANDWIRTSCHAFT UND KOLONISATION. 211 Dürre, Die Regenlosigkeit hat auch im März angehalten und nur Ende des Monats ist an manchen Orten etwas Spätregen niedergegangen. Nach Mitteilungen der Regierung ist aber der Regenfall so gering, .wie seit absehbarer Zeit nicht. Im März fielen (Durchschnitt der letzten sechs Jahre in Klammer) in: Haifa 4.3 mm (30.3), Jerusalem 4.8 mm (69.5), Gaza 0.0 mm (27.4), Tel- Aviv 7.4 mm (40.7). Die Ernte der Winterfrüchte wird katastrophal schlecht sein. Die Preise für Futter sind außerordentlich gestiegen. Viele Quellen zeigen einen Rückgang der Wasserergiebigkeit und in den meisten Bergdörfern enthalten die Zisternen nicht genügend Wasser, das es bis zur nächsten Regenzeit ausreichen würde. Die Presse, namentlich die arabische, verlangt energische Unterstützung der Regierung, durch Geldaushilfen, Steuernachlässe, Lieferung von Saatgut usw. Für die jüdischen Kolonien, die relativ wenig Getreide und Futtermittel anbauen, schätzt das Department der JA den Ausfall auf zirka 2500 Tonnen im Werte von 12.000 bis 13.000 Pfund für 17 Dörfer. Die fehlenden Mengen sollen von dem Amt beschafft und auf längere Zahlungsfrist abgegeben werden. Letzte Nachrichten besagen glücklicherweise, daß die Befürchtungen nicht eingetroffen sind und die Getreideernten im ganzen Lande relativ günstig sind. Die Lage der Landwirtschaft Anfang 1932. In einem eben erschienenen Büchlein über „Die wirtschaftliche Lage in Palästina" (Hamazaw hakalkali be Erez Israel, lereschith, 1932), sagen die Verfasser, unsere geschätzten Mitarbeiter M. Nemirovsky und Dr. W. Prjeuss, daß der ununterbrochene Fall der Preise der Produkte die Ackerwirtschaft schwer geschädigt habe. Einen weiteren großen Schaden verursachte die Plage der Feldmäuse. Die Campagne gegen sie vernichtete 1931 zirka 80 Prozent ihrer Zahl. Der Regenfall war zwar im vorigen Jahr ausreichend, aber zeitlich und örtlich ungleich verteilt. Darunter litt besonders der Süden und das judäische Bergland. In Summa war der größte Schaden in den jüdischen Wirtschaften durch die Feldmäuse verursacht worden. Aber das gilt nur für gewisse Zweige (Getreide), andere wurden sehr entwickelt und machten große Fortschritte, besonders in der Menge der erzeugten Produkte, was den Wirtschaften das Aushalten ermöglichte. Was die Verkaufspreise der landwirtschaftlichen Produkte betrifft, so ist zu unterscheiden zwischen denen der Feldfrüchte und denen der Milch, der Geflügelwirtschaft usw. Die ersteren, die 1930 fortwährend sanken, zeigten» 1931 eine Besserung wie in keinem anderen Lande. Nach dem Index der Regierung standen die Preise im Jahre 1931 für Feldfrüchte in Prozenten Jänner; 773, Juli: 101.1, Oktober: 110.0. (Anm. d. Red.: Der Pfundsturz im letzten Jahresdrittel ist natürlich auch ein Faktor für die Steigerung gewesen.) Allerdings waren die Ernten infolge der genarinten Schäden gering und deshalb profitierten die Landwirte nichts von den gestiegenen Preisen. Auch die erhöhten Zölle auf Weizen und Mehl halfen nicht. Im Gegenteil, viele Landwirte mußten Getreide und Samen zukaufen. Wie bekannt, hat die Regierung den Zehentnachlaß bis auf 50 Prozent erhöht. Sie lieh den arabischen Bauern im Negeb (Süden) 14.000 Pfund zum Ankauf von Saatgut.