Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1932)
- Article
- Neue Angriffe von Arabern gegen jüdischen Bodenbesitz [Nachricht]
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 205 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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kommissär von Haifa entschied provisorisch, daß die: Beduinejn 2.400 Dunam Boden, den sie einmal befarbeitet hatten, so «lange besetzt halten dürfen, bis das Immobiliengericht ihre, Entfernung vom Bodejn ausspricht. Sowohl den Beduinen als auch den Juden bkjibt es aber bis zur Urteilsfällung durch dieses verboten, auf diesem Boden zu pflügen. Ein weiterer Fall widerrechtlicher Bodenokkupation durch Beduinen ereignete sich am 13. März in der Nähe der jüdischen Arbeitersiedlung Jad-Jur, wo arabische Hirten mit ihrem Vieh sich auf jüdischem Boden niederließen. Ein arabischer Polizist, der versuchte, die Hirten am Betreten des Bodens zu verhindern, wurde von ihnen schwer mißhandelt. Der Frencjh-Bejricht. Dieser Bericht, von dem verlautet, daß er ungünstig für die Juden gehalten ist, urtd u. a. ein Gesetz zur Beschränkung und ein teilweise^ Verbot von Bodenübertragungen verlange, soll im Juni veröffentlicht werden. „Dawar" meldet: daß French vorschlagen soll, die Distrikte Ber Sheba, Beisan, Jordantal und Hule-See der Landentwicklung zu reservieren. Zuerst sollen die depossedierten Araber in diesem Gebiete angesiedelt werden. Der Streit um die Infiat-Boden. Der lange währende Prozeß wegen der Infiat-Böden von Chedera ist zugunsten der Kolonisten entschieden worden. Der Oberkommissär auf einer Konferenz der Bürgermeister. Auf der am 30. März in Jerusalem abgehaltenen Konferenz der Bürgermeister und der Stadtpräsidenten der Städte Palästinas, an der 14 Araber und 6 Juden teilnahmen, hielt der High Commissioner eine Ansprache, in der er Pläne der Regierung zur Verbesserung des gesetzlichen Status und der finanziellen Lage der lokalen Verwaltungen ankündigte und u. a. ausführte: Palästina hat bisher der Weltwirtschaftskrise in sehr erfreulicher Weise widerstanden und verharrt weiter in seiner stabilen Position. Jedoch gibt die Lage der Landwirtschaft, wenn nicht bald Regenfälle einsetzen, Anlaß zu Besorgnis. In ein bis zwei Monaten wird das Gesetz, betreffend die lokalen Verwaltungen fertiggestellt sein und den Ortsbehörden zur Begutachtung überreicht werden. Eines der Ziele der neuen Bill ist es, neue Einkunftsquellen für die Lokalbejiörden zu erschließen. Die zentrale Polizeimacht wird neu organisiert, ihre Schlagkraft verstärkt, die Munizipalpolizei überall mit der Staatspolizei vereinigt werden. In der Aussprache protestierte der Bürgermeister von Jaffa, ein Araber, dagegen, daß die Stadtpolizei von Tel-Aviv eine autonome Körperschaft bleibt, während die Polizei in Jaffa mit der Staatspolizei verschmolzen werden soll. Sein Protest wurde vom Bürgermeister von Nablus unterstützt. Der Bürgermeister von Tel-Aviv, Mayer Dizengoff, forderte me(hr Autonomie für die lokalen Behörden. Der Bürgermeister von Rishon-le-Zion, Meerowitsch, klagte darüber, daß die jüdischen Kolonien jährlich zehntausende Pfund an Steuern leisten, ohne daß sie hiefür ein entsprechendes Aequivalent erhalten. Sämtliche teilnehmenden Bürgermeister waren einmütig in der Forderung, daß die steuerliche Potenz der Lokalbehörden, wie sie vor der Zeit der britischen Okkupation bestand, wiederhergestellt werde. Gegenwärtig muß ein Teil der lokalen Steuereinkünfte an die Palästina-Regierung abgeführt werden. Der Bürgermeister von Tiberias, Zaki, beantragte die Durchführung von Neuwahlen in allen Städten.