Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1932)
- Article
- Verschiedene Nachrichten [Nachricht]
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 204 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Bei einem Besuch in Artuf gab der Oberkommissär seiner tiefen Bewunderung für das jüdische Aufbahrwerk Ausdruck. Ebenso anläßlich eines Besuches der Emek-Siedlungen. Bei Vorführung eines Gallipoli-Filmes kam es in Jerusalem am 14. März zu anti-englischen Kundgebungen. Der Film wurde abgesetzt. Bei der Netbi-Musa-Prozession kam es zu einem Zusammenstoß zwischen Teilnehmern und der Polizei, wobei einige Verwundungen und Verhaftungen vorkamen. Sonst verlief die Prozession vollkommen ruhig. OEFFENTLICHE VERWALTUNG. Entscheidung von Bodenstriedtigkeiten durch die Verwaltung, Die im Dezember 1921 in detr „Official Gazette" veröffentlichte Verordnung über Beilegung von Bodenstreitigkeiten in Palästina ist vom High Commissioner unterzeichnet worden und ist somit in Kraft getreten. Gemäß dieser Verordnung sind die Distriktskommissäre ermächtigt, bei Entstehung von Bodenstreitigkeiten, die einen Bruch des Friedens befürchten lassen, von sich aus Entscheidungen über den Besitz des strittigen Bodens zu treffen. Den Distriktskommissären ist aufgetragen, die streitenden Parteien vor sich kommen zu lassen und sie zu vernehmen. Nach Prüfung des Für und Wider hat der betreffende Distriktskommissär zu entscheiden, wer zur Zeit, als der Streit entstand, faktisch den Boden besetzt hielt. Von jüdischer Seite wird diese Verordnung schärft kritisiert. Denn sie stattet Verwaltungsbeamte mit richterlichen Funktionen aus und ermächtigt sie gleichsam, diejenigen Personen, die faktisch einen Boden besetzt halten, gegenüber dem wirklichen Eigentümer des Bodens und die Nomaden gegenüber der seßhaften Bevölkerung zu begünstigen. Neue Angriffe von Arabern gegen jüdischen Bodenbesitz, Auf dem der Meschek Company gehörenden Kuskus-Tabun-Boden im Emek Jesreel kam es am 3. März zu einem Zusammenstoß zwischen arabischen und jüdischen Pflügern, in dessen Verlauf drei Juden verletzt und 12 Araber und drei Juden von der Polizei verhaftet wurden. Die Verletzungen eines der Juden sind ziemlich ernster Natur. Der Hergang war folgender: Arabische Siedler in der Nachbarschaft des Meschek-Bodens kündigten an, daß sie den Kuskus-Tabun-Boden für sich beanspruchen und ihn in Bearbeitung nehmen wollen. Jüdische Landarbeiter hatten schon früher mit dem Pflügen des Bodens begonnen. Die Administration des Haifa-Distrikts, die von der Ankündigung der Araber, sich widerrechtlich in den Besitz des Bodens zu setzen, verständigt worden war, hat keinerlei Vorkehrungen getroffen, sondern erklärt, es mögen Juden wie Araber den Boden in Bearbeitung nehmen. Als die Araber auf dem Boden .erschienen, war dieser bereits von Juden gepflügt. Etwa 30 jüdische Landarbeiter mit ihren Gespannen befanden sich noch auf ihm. Es kam zu einem Zusammenstoß zwischen den Arabern und den Juden. Der Polizeiinspektor Harrington erschien an Ort und Stelle und befahl beiden streitenden Parteien, die Arbeit auf den Feldern einzustellen. Die verhafteten Araber und Juden wurden noch am selben Tage gegen Erlegung einer Kaution auf freien Fuß gesetzt. Der Justiz-