Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1932)
- Article
- Überfälle [Nachricht]
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 203 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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- Haifa 1× ep/1047930
- Hebron 1× ep/1047559
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Ueberfälle. In der Nähe von Kfar Chassidim überfielen am 3. März Araber jüdische Feldarheiter. Sie wurden zurückgeschlagen, ein Jude und ein Araber wurden verletzt. Die Polizei verhaftete keinen Araber, sondern zwei J/uden. — In Kfar Jescheskiel wurden zwo! Juden durch Schüsse von unbekannter Hand verwundet. Drei Beduinen wurden als Täter ermittelt, wovon zwei verhaftet werden konnten. Neue Mordtat. In Kfar Chassidim wurde der Kolonist Samuel Gutermann am 6. März nachts durch Schüsse durchs Fenster getötet. Der Mörder wurde noch nicht ermittelt. Der Wachdienst der jüdischen Patrouillen in den Vorstädten Haifas und den Kolonien des Distriktes wurde verstärkt. Die Polizei setzte einen Preis von 250 Pfund auf Angaben zur Ermittlung des Täters aus und verhaftete zwei verdächtige Araber in Haifa. Selbstmord eines amerikaniscnen Touristen. Ein amerikanisch-jüdischer Tourist, Israel Wolf, wurde am 1. April in der Nähe efines arabischen Wohnviertels bei Jerusalem mit durchschnittene^ Kehle aufgefunden. Die Polizei leitete eine Untersuchung ein und stellte Selbstmord fest. Am nächsten Tage wurde die Leiche eines arabischen Chauffeurs ebenfalls mit durchschnittener Kehle aufgefunden. Todlicher Unfall. Kurz darauf fiel ein Jude aus einem Autobus, der von Jerusalem nach Ramleh fuhr, in dem zehn Araber saßen, und starb an den Verletzungen. Es ist nicht sicher, ob er nicht aus dem Wagen geworfen wurde. Nervöse Unruhen. Die Juden wurden sehr unruhig wegen dieser Vorfälle, die Araber sprechen von Ueberfällen auf Araber und gestalteten das Begräbnis des ermordeten Chauffeurs zu einer Demonstration. Ein belangloser Zwischenfall am Tempelplatz steigerte die allgemeine Unruhe. Am 1. April wurden zu dem in einem Streit zwischen Arabern bei Hebron drei Araber getötet. Bei Ber Scheba wurde ein Araber erschossen. Die Regierung wirkte beruhigend auf die Bevölkerung ein, doch dauert die Spannung noch an. Der Kommandant der Polizei von Jerusalem, Spicer, erklärte, daß angesichts der nervöse«! Unruhe alle nötigen Vorsichtsmaßregeln getroffen wurdeia. Verschiedene Nachnichten. Dr. Arlosoroff und Sekretär Shertock statteten in Amann Mitte März dem Emir Abdullah einen Besuch ab. Zur selben Zeit war der Oberkommissär dort anweisend. Die Mitglieder der Exekutive, Brodetzky und Newman, waren am 25. März Gäste des High Commissionar. Prof. Brodetzky wurde von diesem wiederholt empfangen. 12 Kommunisten wurden wegen Unruhestiftung zu schweren Geldstrafen verurteilt, 11 andeire wegen Versammlungsstörung zu 7 Tagen Gefängnis und Landesverweisung. Wegen Störung der ■ Vorlesung von Bentwich wurden 11 revisionistische Studenten zu kleinen Geldstrafen verurteilt. Sie erklärten, diese nicht zu leisten und lieber die entsprechende Gefängnishaft zu verbüßen.