Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1932)
- Article
- Dementi der Gerüchte über Einführung eines gesetzgebenden Rates [Nachricht]
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 202 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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lichten Nachrichten, daß in Kürze eine* gesetzgebende Versammlung für Palästina geschaffen werden wird, jeder Grundlage entbehre. Einem Dementi kommt auch eine Erklärung des Oberkommissärs gleich, die am 3. April erschien, worin eir sagte, daß er nicht beabsichtige, irgendwelche Erklärungen zu politischen Fragen zu machen: er habe seine Ansichten über Palästina-Fragen auf der kürzlich stattgefundenen Konferenz der Bürgermeister kundgetan, weitere Mitteilungen von seiner Seite werden nicht folgen. (Ueber diese Konferenz siejie Rubrik „Oeffentliche Verwaltung".) Aus dem arabischen Lager. Der Bürgermeister von Jerusalem, Nashashibi, riqfitete an den Oberkommissär einen Brief, worin er die Einführung eines Parlaments verlangte. Die arabische Exekutive beschloß endgültig, keinen Berater für Landentwicklung zu designieren. Die arabische Opposition hat gegen den Großmufti einen Prozeß angestrengt. Es handelt sich um die Veirwendunjg des Religionsfonds (Wakf), der nach Ansicht der Kläger mißbraucht wurde. Die Kläger führten bei einer kürzlich stattgefundeneai Verhandlung Klage über Korruption im Obersten Mosleminischen Rat, der bekanntlich ein willfähriges Werkzeug des Mufti ist. Dem Richter lagen 15 Dokumente vor, aus denen der Mufti nachweisen wollte, daß er das Recht gehabt habe, die aus dem Hebronier Wakf fließenden Gelder außerhalb Hebrons zu verwenden. Die Kläger bradhten auch eine Klage des Inhaltes vor, daß der Mufti nicht legal Vorsitzender des Mosleminischen Rates wurde und verlangten Rechnungslegung über die letzten neun Jahre. Der Richter vertagte die Verhandlung und trug den Klägern auf, ihre Bevollmächtigung durch die Konferenz der arabischen Opposition un!d die Registrierung der von der Konferenz der arabischen Opposition gewählten Exekutive nachzuweisen. Die arabische Bewegung. Unser Mitarbeiter, Michael Assaf, veröffentlichte in Nr. 3/4 der Zeitschrift „Achduth Haawodah" einen Artikel über den Gedanken der arabischen Föderation. Er sagt, daß die^ geographische Einheit nicht vorhanden ist, da die einzelnen Länder durch Wüsten, Oedländereien usw. voneinander getrennt sejen. Ethisch ist nur eine Einheit der Sprache vorhanden, bloß die Hälfte der Bewohner der vorderasiatischen Gebiete sind arabischen Blutes. Eine Wirtschaftseinheit wird verhindert durch die Wüstengrenzen, die starken Unterschiede des Klimas, verfeindete politische Herrscher usw. Nur Palästina und Syrien könnten eine wirtschaftliche Einheit bilden. Ein starker Faktor ist der kulturelle. Naqh einer sehr eingehenden Würdigung der einzelnen Momente weist der Verfasser darauf hin, welche Schwierigkeiten die Rivalitäten der arabischen Herrscher und der Imperialismus der Großmächte der arabischen Einigung bereiten. Selbst Lawrence sei ein Gegner dieser Einigung, da ein erstarktes Arabertum den englischen Einfluß schwächen würde. Außerdem herrscht in Syrien, ohne das eine Föderation nicht möglich ist, Frankreich, das nie zu einer solchen einwilligen wird. Assaf hält eine Föderation in absehbar er Zeit für undurchführbar, sie ist eine Frage späterer Zeit. — Im Heft 5/6 der Zeitschrift schreibt Politikus über Panarabismus und Panislamismus. Der -Autor glaubt, daß die arabischen Länder zuerst, und zwar in Kürze einen Zollverein bilden werden, um von da aus zu einer politischen Vereinigung vorzudringen.