Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1932)
- Article
- Der Arbeiterbedarf im Frühjahr und Sommer 1932
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 177 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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Der Arbeiterbedarf im Frühjahr und 177 Sommer 1932« Von H. Frumkin, Tel-Aviv. Vorbemerkung der Redaktion: Dieser Artikel ist schon im März geschrieben worden, es hat sich aber seither wenig geändert. I. Eine Einzeluntersuchung der Lage der Arbeit in den jüdischen Wirtschaften ihrer nächsten Entwicklungsmöglichkeit und der erhofften öffentlichen Arbeiten zeigt, daß im nächsten Halbjahr Raum und Bedarf für eine Einwanderung für tausende jüdische Arbeiter vorhanden ist. Arbeitslose gibt es gegenwärtig bloß in den Städten, außer einer kleinen Zahl von Arbeitern im Fache deis Baues und der öffentlichen Arbeiten im Emek, zusammen zirka 900, davon 500 von letztgenannter Arbeiterkategorie. In den Kolonien gibt es heute keine Arbeitslosigkeit. Und selbst für die kleine Arbeitslosigkeit in den Städten ist kein objektiver wirtschaftlicher Grund vorhanden, sie ist durch die Nichtbeschäftigung von Juden bei öffentlichen Arbeiten der Regierung verursacht, denn diese gibt insgesamt nur 85 Juden Arbeit. Weitere 50 sind bei Arbeiten verschiedenster Art beschäftigt: Kadoorie- Schule, Archäologisches Museum (Stiftung Rockefeller), Eisenbahnwerkstätten (aus Landesmitteln erreichtet), außer dem Hafenbau, wo gleichfalls unser Anteil sehr beschränkt ist, obzwar der jüdische Jischuw nahezu 50 Prozent der Ausgaben der Regierung bestreitet. Diese verschließt mit der einen Hand die Tore zu ihren Arbeiten, mit der zweiten die Tore zum Lande vor der jüdischen Einwanderung. Sie schützt Arbeitsmangel vor, den sie selbst auf mannigfache Weise künstlich verursacht. Es muß nicht gesagt werden, daß die Unterbrechung der Aljah und all die damit zusammenhängenden Folgen die dynamischen Wirtschaftskräfte des zionistischen Werkes schwer treffen, da sie eine Schwächung des Zustroms jüdischen Kapitals nach dem Lande verursachen, wie den Aufsqhub oder die Einschränkung vieler Arbeiten, die vor der Inangriffnahme stehen. Wenn nicht die Einwanderung gehemmt wäre und die jüdischen Arbeiter von den Regierungsarbeiten verdrängt werden würden, gäbe es keine Arbeitslosigkeit und viele hunderte jüdische Arbeiter könnten einströmen und vom Lande aufgenommen werden. Nach sicheren Quelle-n wird die Regierung im Laufe des Jahres 1932 Bauten und öffentliche Arbeiten im Werte von 350.000 Pfund ausführen (ungerechnet den Hafen von Haifa). Infolge der Versicherungen des Macdonald- Briefes wäre sie verpflichtet, bei diesen Arbeiten mindestens 1000 jüdische Arbeiter zu beschäftigen. Die zionistische Organisation und der jüdische Jischuw werden energisch auf unserem Antedl bestehen. Ein wichtiger Arbeitsgeber wird in diesem Jahr auch die Stadtgemeinde Jerusalem sein, die in Kürze 40.000 Pfund für Kanalisation und 10.000 Pfund für Wasserbehälter ausgeben wird. Auch ist es sicher, daß sie in diesem Jahre größere Summen zum Bau und zur Ausbesserung von Straßen aufwenden wird. Diese Arbeiten werden mehr als 500 Arbeiter beschäftigen. Die Juden machen in Jerusalem 58 Prozent der Bevölkerung aus, ihr Anteil an der Steuerleistung ist noch größer. Die Regierung wäre nach dem