Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1932)
- Article
- Die Finanzierung der Industrie
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 176 (sequence 3)
- Language
- German
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Kredite für längere Zeit gegeben wurden. Die Verkäufe der Fabriken stiegen in der Zeit der langfristigen Kreditgewährung um 50 Prozent. Die Fabriken, denen die Kredite gewälirt wurden, sind zu 95 Prozent nach dem Kriege errichtet worden. In den wenigen Fällen, wo die untersuchten Fabriken in Schwierigkeiten gerieten, war dqr Grund eine zu rasche Ausdehnung und zu lange Kreditgewährung an die Kundschaft. Von 87 im Frühjahr 1930 untersuchten Fabriken haben bloß fünf den Betrieb eingestellt. Die anderen prosperieren, ein Drittel von ihnen hat bereits dieselbe Ausdehnung erreicht, wie ihr Besitzer sie in seinem Betrieb im Herkunftsland hatte. Die Gewinne betrugen bei den kleineren Fabriken 8 Prozent der Verkäufe. Das ist sehr wenig, aber m'an muß berücksichtigen, daß die ganze industrielle Entwicklung in Palästina eine .solche von wenigen Jahren ist, daß die Fabriken unter völlig neuen Verhältnissen arbeiten und mit den billigen Erzeugnissen, die hochindustrielle Länder speziell für den Orient herstellen, konkurrieren müssen, besonders in der heutigen Zeit der Krise und Exportforcierung. Es darf nicht übersehen werden, daß die 8 Prozent auf die Verkäufe zirka 20 Prozent auf djas Eigenkapital bedeuten. Bei den Fabrikanten stand übrigens das Profitstreben nicht an erster Stelle, vor allem galt es ihnen, ihre Unternehmungen auszudehnen, in der Ueberzeugung, daß der Gewinn sich idann schon einstellen werde. Die Buchführung und Statistik ist noch nicht überall zufriedenstellend, die Bank hilft, sie zu verbessern. In den Methoden der Fabrikation, der Organisation, des Einkaufs und Verkaufs fand ein ständiger Fortschritt statt. Nach den Untersuchungen war das Verhältnis der Verkaufssumme zu dem Taglohn eines Arbeiters 1930: 2602: 2920; 1931: 2725:2650. Die Geschicklichkeit der; Arbeiter nahm zu, die Zahl der Beschäftigten ging daher etwas zurück. Wie aus dem Gesagten hervorgeht, zeügt die Industrie trotz der Unruhen des Jahres 1929, der Weltkrise, des Rückgangs im einströmenden jüdischen Kapital (den man auf eine halbe Million Pfund per Jahr schätzt), einen ständigen Aufstieg, der sich nach allen Richtungen dokumentiert. Konstantes Steigen des Werts der Unternehmungen, des eigenen Kapitals, der Maschinenausrüstung, der Verkaufssumme, eine gesündere Nutzung des Kredits, ein immer besseres Verhältnis zwischen eigenem und fremden Kapital (1930: ■56:44; 1931: 58:42), ein Herauswirtschaften von Gewinnen, selbst in den ersten Jahren, eine Verbesserung der Produktion usw. Das relative Verhältnis der Aktiva zeigt einen gesunden Status, die Untersuchungen wiesen folgende Gliederung auf: 1930 1931 O/o 0/o Gebäude und Maschinen 55 54 Vorräte (Rohmaterial, halbfertige und fertige Produkte) 28 29 Außenstände 14 14.5 Verschiedenes 3 2.5 100 100 Die Untersuchungen bezogen sich auf die mittlere und kleinere Industrie und streiften auch die größere. Sie zeigten die Bedeutung der Industrie für die Wirtschaft des Landes und die Erhöhung seiner Aufnahmskraft.